Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Gemeinsame Erklärung internationaler NGOs zu den Vereinbarungen der Kriegsparteien im Jemen

Nothilfe

Humanitäre Organisationen im Jemen beglückwünschen die Konfliktparteien zu ihrer Zusammenarbeit und Beharrlichkeit, die zum vielversprechendsten Abkommen für die jemenitische Zivilbevölkerung seit mehr als drei Jahren geführt haben. Diese Vereinbarungen stellen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem echten und dauerhaften Frieden im Jemen dar und könnten sich positiv auf eine humanitäre Krise auswirken, die Millionen von Menschen betrifft.

Die 8-jährige Aidi ist vom Krieg im Jemen stark traumatisiert und braucht psychologische Unterstützung. | © Camille Gillardeau / HI

Die Bereitschaft der Konfliktparteien, gemeinsam an einer Lösung für den anhaltenden Konflikt in Taiz zu arbeiten, ist äußerst begrüßenswert. Ihre Zustimmung zu einem Waffenstillstand in Hodeidah, und das Ende  militärischer Maßnahmen, um den Frieden zu fördern können für Millionen von Menschen entscheidend sein. Wir freuen uns darüber, dass die Parteien beabsichtigen, sich im Januar wieder zu treffen und hoffen, dass die nächste Gesprächsrunde zu einem landesweiten Waffenstillstand und zu einem Ende des Krieges führt. Wir fordern beide Parteien auf, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an diesem Prozess zu ermöglichen und dafür zu sorgen, dass mindestens 30 Prozent Frauen an den Verhandlungen teilnehmen, damit alle die Möglichkeit haben, zu einem dauerhaften Frieden beizutragen.

Als humanitäre Organisationen, die Hilfe im Jemen leisten, haben wir Einblick in eine Krise, die auf globaler Ebene sehr undurchsichtig ist. Die Auswirkungen des Konflikts auf die jemenitische Zivilbevölkerung sind weitreichend und dauerhaft. Außerdem  braucht sie die volle und kontinuierliche Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Wir möchten dem UN-Sonderbeauftragten Martin Griffiths für seine unermüdlichen Bemühungen bei der Koordinierung des Friedensprozesses und für seine Überzeugung, dass Frieden im Jemen möglich ist, danken und seine Arbeit würdigen. Wir sind bestärkt durch die in dieser Woche erzielten Fortschritte und haben uns verpflichtet, die humanitäre Hilfe und den Schutz für die Millionen Menschen, die sie benötigen, fortzusetzen.

Unterzeichnende Organisationen:

Aufstellung der Logos der Organisationen, die die Erklärung unterzeichnet haben

14 Dezember 2018
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Ukraine: Die "Königinnen des Herbstes" gegen das Kriegs-Trauma
© T. Nicholson / HI
Nothilfe

Ukraine: Die "Königinnen des Herbstes" gegen das Kriegs-Trauma

Unsere Teams in der Ukraine organisieren Selbsthilfegruppen in Gemeinden, die besonders stark vom Krieg betroffen sind. Sie helfen den Menschen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten, ihre Gefühle zu teilen, Beziehungen aufzubauen und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken. Viele der Teilnehmerinnen sind älter, viele leiden unter chronischem Stress und ständiger Anspannung.

Erbärmliche Bedingungen für Flüchtlinge aus Sudan
© HI
Nothilfe

Erbärmliche Bedingungen für Flüchtlinge aus Sudan

Mehr als 450.000 Menschen sind seit Ausbruch der Gewalt am 15. April aus dem Sudan geflohen und haben Zuflucht im Osten des Tschad gesucht. Die Flüchtlinge  leben unter erbärmlichen Bedingungen, da es an Nahrungsmitteln, Wasser, sanitären Einrichtungen und medizinischer Versorgung mangelt. Unsere Teams kümmern sich um die vielen Verletzten und bei der Verbesserung der Logistik und Infrastruktur.

Libanon: Auf der Flucht mit 87 Jahren
© HI
Nothilfe

Libanon: Auf der Flucht mit 87 Jahren

Der 87-jährige Moustafa Al Sweid lächelt zwar tapfer in die Kamera, doch musste der alte Mann in den letzten Wochen Schlimmes erleben. Seit Beginn der Gewalteskalation zwischen der Hamas und Israel kommt es im Südlibanon zu wachsenden Spannungen. Fast 60.000 Menschen – so viele wie in einer mittleren Kleinstadt leben - mussten dort evakuiert werden. Moustafa ist einer von ihnen.