Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Spielen rettet Leben: Wie Spieltherapie unterernährten Kindern in Westafrika neue Hoffnung gibt

Pressemitteilung, München, 29.01.2026

Was haben Spielsachen mit der Prävention von Behinderungen zu tun? Sehr viel, sagt Uta Prehl, Physiotherapeutin bei der humanitären Hilfsorganisation Handicap International. Seit vielen Jahren begleitet sie Rehabilitationsprojekte in Westafrika und erlebt immer wieder, wie aus apathischen, schwachen Kindern dank einer ganz speziellen Therapie kräftige und fröhliche Kinder werden.

Gerne vermitteln wir ein Interview mit Uta Prehl, die aus erster Hand über ihre Arbeit berichtet und schildert, wie aus schwachen Kindern wieder starke Kinder werden. 

Wenn Kinder hungern, raubt das ihren kleinen Körpern nicht nur die Kraft, sondern auch Neugier und die Chance auf eine gesunde Entwicklung. Bewegungen, die für andere Kinder selbstverständlich sind – sich drehen, krabbeln, sitzen oder laufen – werden für unterernährte Kinder zu kaum überwindbaren Hürden. Die Energie, die sie dafür bräuchten, fehlt ihnen. Statt die Welt zu entdecken, liegen viele von ihnen still und apathisch da.

In zahlreichen Ländern setzt Handicap International auf eine spezielle Spieltherapie für geschwächte Kinder. Mit einfachen Spielsachen, gezielten Bewegungsübungen und viel Geduld werden Kraft, Beweglichkeit und Koordination gefördert – mit dem Ziel, dauerhafte körperliche und kognitive Einschränkungen zu verhindern. Denn Unterernährung führt bei Kindern häufig nicht nur zu akuten gesundheitlichen Problemen, sondern kann langfristige Behinderungen nach sich ziehen.

Ein Beispiel ist die kleine Massalouka aus Niger. Sie war zu schwach, um selbstständig zu sitzen, schwer an Malaria erkrankt und stark dehydriert. Durch die spielerische physiotherapeutische Förderung machte sie große Fortschritte: Heute ist sie deutlich kräftiger, beweglicher und kann wieder lachen und mit anderen Kindern spielen.

Uta Prehl arbeitet in Ländern wie Mali, Niger und Benin eng mit lokalen Partnerorganisationen, Reha-Zentren, Gesundheitsministerien und Berufsverbänden zusammen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Ausbildung lokaler Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, um nachhaltige Rehabilitationsangebote vor Ort aufzubauen.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie engagiert alle Beteiligten zusammenarbeiten, um das Leben dieser Kinder langfristig zu verbessern“, berichtet Prehl nach einem Besuch eines Kinder-Reha-Zentrums in Benin. Die Erfolge zeigen: Rehabilitation bedeutet weit mehr als medizinische Versorgung – sie gibt Kindern ein Stück Kindheit und Zukunft zurück.

© HI

Uta Prehl bei einem Besuch im Kinder-Reha-Zentrum in Benin.

Über Handicap International e.V.

Handicap International / Humanity & Inclusion (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Wir setzen uns für eine solidarische und inklusive Welt ein. Wir verbessern langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem arbeiten wir für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997. Handicap International e.V. ist der deutsche Verein von HI.


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