Künstliches Minenfeld neben dem Bundestag: Minenräumung unverzichtbar für Wiederaufbau
Berlin, Pressemitteilung, 23.06.2026
Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis
Berlin, Pressemitteilung, 23.06.2026
Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) hat am Dienstag, 23. Juni, neben dem Bundestag in der Paul-Löbe-Allee ein Minenfeld aufgebaut. Expert*innen von HI, Co-Friedensnobelpreisträgerin, haben gezeigt, wie gefährlich Minen und Blindgänger sind und wie aufwändig es ist, sie zu finden und zu räumen. Obwohl Antipersonen-Minen verboten sind, steigen die Opferzahlen seit einigen Jahren wieder an. Allein 2025 gab es über 5.000 Opfer, darunter sind viele Rückkehrende nach Syrien oder Vertriebene in Gaza.
Feine Stolperdrähte zwischen Pflanzen, in der Erde kaum sichtbare Tellerminen und kleine Bälle, die wie Spielzeuge aussehen: Gary Toombs, Spezialist für Minenräumung von Handicap International, erklärte die verschiedensten Arten von Minen und zeigte, wie gefährlich und unendlich mühsam es ist, diese aufzuspüren und zu entschärfen. Denn ohne Minenräumung ist kein sicherer Wiederaufbau nach einem Krieg möglich. Nach einem vorläufigen Bericht zu den Opfern durch Landminen, Streubomben und anderen explosiven Kriegsresten sind allein 2025 über 5.000 Menschen verletzt oder verwundet worden. Die meisten Opfer gab es in Syrien, Myanmar, Afghanistan, Palästinensischen Gebieten, Nigeria und Ukraine. Über 90 Prozent der Minenopfer kommen aus der Zivilbevölkerung.
Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Arbeit HI-Deutschland, betonte wie wichtig die Minenräumung für den Wiederaufbau ist:
„Minenräumung ist die unverzichtbare Grundlage für den Wiederaufbau zerstörter Städte. Nur so können Straßen, Häuser und Schulen wieder genutzt werden. Bevor Minen und Blindgänger geräumt sind, ist die Aufklärung über die Gefahren, wie wir sie in Ländern wie der Ukraine, in Gaza oder in Syrien umsetzen, überlebenswichtig, besonders für Kinder. Zudem brauchen Minenüberlebende noch lange nach einem Krieg Unterstützung mit Prothesen, Reha-Maßnahmen und psychosozialer Hilfe“, so Fischer.
©HI
In der Ukraine wird es Jahrzehnte dauern, bis Minen und Blindgänger gefunden und entschärft sein werden. In Syrien übersehen Menschen tödliche Sprengfallen, wenn sie in ihre Häuser zurückkehren. In Jemen oder Afghanistan verlieren Bauern Gliedmaßen, wenn sie bei der Feldarbeit auf Blindgänger treten. Und in Laos werden heute noch die Streumunitionsreste aus dem Vietnamkrieg geräumt.
„Die Erfahrung aus früheren Konflikten zeigt: Landminen stoppen Gegner nicht dauerhaft. Stattdessen hinterlassen sie zivile Opfer, zerstörte Landwirtschaft, wirtschaftliche Schäden und enorme Räumungskosten“, sagte Gary Toombs.
Hier finden Sie mehr Informationen zu Landminen.
Hier klärt Gary Toombs über die Gefahren von Landminen auf.
Hier können Sie sich über den Ottawa-Verbotsvertrag informieren.
Hier können Sie den vorläufigen Bericht „Civilians pay the price“ einsehen.
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