Handicap International im Westen von Ruanda

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Handicap International Mitarbeiter Stefan Lorenzkowski ist für einige Tage in den Distrikt Rutsiro im Westen Ruandas gereist, um mit der Bevölkerung und Partnern vor Ort über die Situation von Menschen mit Behinderung sowie die lokalen Projekte zu sprechen. Handicap International engagiert sich in Ruanda unter anderem in den Bereichen Inklusion, Zugang zu Bildung, Mutter-Kind- Gesundheit, psychosoziale Gesundheit und Schutz von Flüchtlingen mit Behinderung.

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Behindertenverband im Dorf Remara in Ruanda
Behindertenverband im Dorf Remara in Ruanda
In dem Dorf Remara hat unser Mitarbeiter sich mit dem lokalen Behindertenverband getroffen.

Die Situation von Menschen mit Behinderung

Von Kigali, der Hauptstadt Ruandas mit rund 1,2 Millionen Einwohnern, ging es in den westlichen Distrikt Rutsiro am Kivu See. Der Weg dorthin führt durch eine bergige Landschaft. In den Tälern und an den Bergen fallen die kleinen landwirtschaftlichen Parzellen auf, die von Familien bewirtschaftet werden und zwei Ernten im Jahr zulassen. Im kleinen Ort Kongonil, wo Handicap International eine Gesundheitsstation und eine Schule unterstützt, machte unser Mitarbeiter zuerst Halt. In den Gesprächen mit den Mitarbeitern wird deutlich, dass an vielen Stellen in der alltäglichen Arbeit personelle und finanzielle Ressourcen fehlen. Die fachliche Unterstützung durch Fortbildungen, eine direkte Begleitung der Dienste und eine bessere Vernetzung ermöglichen dennoch eine nachhaltige Verbesserung. Im Falle der lokalen Gesundheitsstation wurde eine bessere Überweisung von Menschen mit Epilepsie an spezialisierte Einrichtungen erreicht. Die Barrierefreiheit an der Schule wurde durch bauliche Maßnahmen verbessert. Durch fachliche Unterstützung wurde das Lehrpersonal geschult, damit Schüler und Schülerinnen mit Behinderung dem Unterricht besser folgen können. Zwei Volontäre mit Behinderung, die in Kongonil für das Projekt „Lokale inklusive Entwicklung“ von Handicap International arbeiten, schildern die Lage trotzdem als extrem schwierig: Der Zugang zu Bildung ist erschwert, oft haben Menschen mit Behinderung in der Region keine Krankenversicherung und sind stärker von Armut und Diskriminierung betroffen. Die Volontäre versuchen durch Aufklärungskampagnen, Sensibilisierung der Familien und das Erklären der besonderen Situation von Menschen mit Behinderung in Kongonil alle Teile der Bevölkerung zu erreichen.

Eine weitere Etappe der Reise war das Dorf Remara, wo seit mehreren Jahren eine enge Zusammenarbeit mit einem Behindertenverband besteht. Die Bevölkerungsdichte ist dort wesentlich geringer als in Kongonil -  dies macht es sehr aufwendig, die Versorgung von Menschen mit Behinderung sicher zu stellen. Der Behindertenverband vor Ort passt sich in seiner Arbeit an diese erschwerten Bedingungen an und arbeitet daran, dass über Behinderung aufgeklärt wird. Die Gruppe kann durch Mitgliedsbeiträge auch die armen Mitglieder unterstützen, damit diese sich eine Krankenversicherung leisten können. Die Mitglieder können auch finanzielle Unterstützung für kleine wirtschaftliche und landwirtschaftliche Aktivitäten beantragen. Zusammen ergibt sich so ein Bündel von Möglichkeiten, Schritt für Schritt autonomer in der Gemeinde leben zu können.

Der Ansatz von Handicap International

Durch einen Dialog vor Ort will Handicap International Menschen mit Behinderungen, die verschiedenen sozialen Dienste und die Verwaltungsstellen zusammenbringen. Oft sind es nicht die großen Investitionen, sondern genau diese Zusammenarbeit und Rücksichtnahme der Menschen, die das Leben vor Ort verbessern. Dadurch erhöht sich zum Beispiel die Qualität der Leistungen, die Menschen bekommen die Möglichkeit, sich gegenüber Krankheiten abzusichern und es werden Lösungen gefunden, damit Kinder mit Behinderung zur Schule gehen können. Möglichst viele behinderte Menschen sollen die Möglichkeit haben, ihre Rechte im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention wahrzunehmen. Um dies zu erreichen, ist eine direkte Arbeit mit den Menschen vor Ort notwendig, wie unser Mitarbeiter nach seiner Reise in Ruanda bestätigt.  


Weitere Informationen finden Sie auf dem persönlichen Blog von Stefan Lorenzkowski:

https://www.inklusive-entwicklung.de/

Lizenz: Restart::Inclusion von Stefan Lorenzkowski ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.


Eindrücke aus Ruanda: