Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Bolivien: Jairs erste Schritte geben Hoffnung

Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit
Bolivien und Andenländer

Der heute 2-jährige Jair wurde mit Zerebralparese geboren. Seine Mutter Rosalía musste lange für die Diagnose und notwendige Therapie ihres Sohnes kämpfen. Jetzt bekommt Jair endlich die lang ersehnte Unterstützung. Ganz wichtig dabei: Das lokale Reha-Zentrum von HI, in dem Jair kontinuierlich versorgt wird. Das schönste Geschenk für Rosalía: Jair krabbelt und plappert endlich.

Jair wird von seiner Mutter in einem bunten Tuch auf dem Rücken getragen. Sie lacht ausgiebig.

Von Handicap International bekommen Jair und seine Mutter Rosalía endlich die lang ersehnte Unterstützung. | © M. Campos / HI

Ein langer Weg zur Diagnose

Rosalía Alarcón (22) ist in Calamarca, einem Dorf auf fast 4.000 Metern Höhe im bolivianischen Altiplano zuhause. Mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern lebt sie von dem Verkauf von Futter an lokale Bauernhöfe. Während ihrer Schwangerschaft kam es zu Komplikationen und auch die Geburt war schwierig.
„Als Jair geboren wurde, weinte er nicht. Seine Atmung klang schwer und seine Haut war gelblich. Doch die Ärzte meinten, alles sei in Ordnung“, erinnert sich Rosalía. „Erst ein Jahr später, nachdem Jair weder krabbelte noch laufen wollte, wurde bei ihm Zerebralparese diagnostiziert.“

Lange Suche nach der geeigneten Hilfe für Jair

Anfangs waren Rosalía und Jair  mehr als zwei Stunden unterwegs, um das Therapiezentrum zu erreichen, in dem Jair versorgt wurde – eine große Belastung für die beiden: „Ich musste oft stundenlang warten und kam erst spät nach Hause – manchmal zu Fuß, mit Jair auf dem Rücken“, erzählt die junge Mutter.

Heute gehen die beiden in das lokale Rehabilitationszentrum in Calamarca, das von Handicap International unterstützt wird.

„Es hat unser Leben verändert. Wir brauchen nur noch 15 Minuten mit dem Motorrad und manchmal kommen die Therapeuten sogar zu uns“, berichtet Rosalía erleichtert.

Dank der regelmäßigen Übungen und der Unterstützung des Teams hat Jair große Fortschritte gemacht:

„Er kann jetzt krabbeln, sich selbstständig drehen und fängt an zu plappern“, erzählt Rosalía stolz.

Die regelmäßigen Therapie-Sitzungen sind wichtig, damit Jair eines Tages selbstständig leben kann. 

Für eine bessere Gesundheitsversorgung

Die Geschichte von Rosalía und Jair verdeutlicht die Schwierigkeiten, die Familien in abgelegenen Regionen oft erleben. Handicap International arbeitet daran, die Gesundheitsversorgung in Bolivien nachhaltig zu verbessern – damit Kinder wie Jair die Chance auf ein besseres Leben erhalten.

Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Niger: Doppelte Krise - Gewalt und Klimakatastrophen
© I. Abdoulaye / HI
Minen und andere Waffen Vorsorge und Gesundheit

Niger: Doppelte Krise - Gewalt und Klimakatastrophen

In Niger kämpfen die Menschen nicht nur mit Überflutungen und Dürren, sondern auch mit den Folgen der Angriffe bewaffneter Gruppen. Hundertausende mussten fliehen, ganze Regionen sind mit Minen verseucht. Viele Menschen haben nicht genug zu essen, und besonders Menschen mit Behinderung werden oftmals übersehen. Doch unsere Teams haben schon Zehntausenden geholfen und viele Leben gerettet.

Ukraine: „Über den Krieg reden und ihn erleben, sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“
© Liubov Hutsul/HI
Minen und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Ukraine: „Über den Krieg reden und ihn erleben, sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe.“

Unablässiges Tönen von Sirenen – bis zu sechs Mal am Tag, Minen am Straßenrand, vereinsamte Menschen in einer zerstörten Stadt nahe der Front: Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Arbeit von Handicap International (HI), erfuhr im März 2026 am eigenen Leib, was es heißt, in einem Land zu leben, das seit Jahren vom Krieg gezeichnet ist. In Kiew, Charkiw und Isjum sah sie, wie die HI-Teams trotz aller Angst und Unsicherheit jeden Tag Unmögliches möglich machen.

Haiti: Hilfe trotz täglicher Gewalt
© T. Noreille / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Haiti: Hilfe trotz täglicher Gewalt

In Haiti bestimmen Gewalt und fehlende medizinische Versorgung den Alltag. Millionen Menschen leben in provisorischen Lagern – ohne Schutz, ohne Perspektive. Gerade für Menschen mit Verletzungen oder Behinderungen ist Hilfe oft unerreichbar. Doch genau hier setzt unsere Arbeit an: Mit mobilen Teams bringen wir Hilfe direkt dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wird – in die Flüchtlingslager – und zu Eugénie.