Honduras
In Honduras führt Handicap International (HI) ein inklusives humanitäres Hilfsprojekt durch. Der Fokus liegt dabei auf Schutz, Inklusion und Katastrophenvorsorge in den nördlichen, zentralen und westlichen Landesteilen. Dabei werden insbesondere Menschen mit Behinderungen sowie andere von Gewalt, Vertreibung und Katastrophen betroffene Menschen unterstützt.
Tegucigalpa Stadt in Honduras | © G. Morales / HI
Laufende Aktivitäten
In Honduras sind die Teams von Handicap International in Francisco Morazán, Lempira, Copán, Santa Bárbara und Cortés tätig und betreiben Büros in Tegucigalpa und San Pedro Sula. Die Teams engagieren sich in den Bereichen Schutz vor Gewalt, Katastrophenvorsorge und inklusive humanitäre Hilfe. Seit dem Neustart des Programms im Jahr 2024 hat Handicap International seine Arbeit in Honduras kontinuierlich ausgebaut. Ein besonderer Fokus liegt darauf, Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen individuell zu unterstützen und Gemeinden dabei zu helfen, sich durch wirksame Frühwarnsysteme besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten.
Dabei führt Handicap International in Copán, Lempira, Santa Bárbara und Cortés derzeit ein Projekt durch, das darauf abzielt, inklusive Frühwarnsysteme und die Katastrophenvorsorge auf nationaler und kommunaler Ebene zu stärken.
Im Bereich Schutz arbeitet Handicap International mit Norwegian Refugee Council (NRC), Plan International und Médecins du Monde in einem gemeinsamen Konsortium zusammen, um Menschen in Tegucigalpa zu helfen, die von Gewalt und Zwangsvertreibung betroffen sind.
Darüber hinaus unterstützt Handicap International das Konsortium „Humanitarian Response“ im zentralamerikanischen Trockenkorridor mit technischer Expertise und trägt so dazu bei, die humanitäre Hilfe in Honduras und Guatemala inklusiver zu gestalten. Ziel ist es, die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu berücksichtigen und zu analysieren, in welchen Bereichen der Zugang zu Hilfsangeboten für sie erschwert ist. Gleichzeitig wurden mehr als 900 besonders schutzbedürftige Haushalte an Sozialschutzprogramme und lokale Hilfsnetzwerke angebunden.
Mit diesen Maßnahmen hat sich Handicap International als wichtige Anlaufstelle für Behinderung und Inklusion in der humanitären Hilfe etabliert. Gleichzeitig wurden lokale Hilfsstrukturen gestärkt, Zugangsbarrieren zu Dienstleistungen abgebaut und die Zusammenarbeit zwischen humanitären Organisationen, Behörden und Organisationen von Menschen mit Behinderungen ausgebaut.
- Anzahl der Mitarbeitenden bei Handicap International: 6
- Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 unterstützten Menschen: 4.196 Menschen
- Wiedereröffnung des Programms im Jahr: 2024 (ursprünglich 1999 gestartet)
Hintergrund
Honduras steht weiterhin vor einer komplexen humanitären Krise: strukturelle Ungleichheiten, Gewalt, Vertreibung und die zunehmenden Folgen des Klimawandels verstärken sich gegenseitig und treffen besonders Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen sowie andere schutzbedürftige Gruppen. Für sie wird es dadurch schwieriger, grundlegende Unterstützung und Schutzangebote in Anspruch zu nehmen und langfristige Perspektiven aufzubauen.
Dem Humanitären Aktionsplan 2026 zufolge benötigen in Honduras etwa 1,4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Im Fokus der Hilfsstrategie stehen 33 besonders betroffene Gemeinden sowie Bevölkerungsgruppen, die von Klimakatastrophen, Migration und Gewalt betroffen sind. Insgesamt sollen rund 825.000 Menschen erreicht werden. Der dafür veranschlagte Finanzbedarf liegt bei 75 Millionen US-Dollar.
Honduras ist weiterhin stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Dürren, Überschwemmungen, tropische Stürme und andere extreme Wetterereignisse treten immer häufiger auf und treffen vor allen den Trockenkorridor sowie die Flussgebiete von Ulúa und Chamelecón. Die wiederkehrenden Naturereignisse zerstören Lebensgrundlagen, beschädigen Infrastruktur und erschweren vielerorts die Versorgung der Bevölkerung – vor allem in ländlichen und abgelegenen Regionen.
Neben den Folgen des Klimawandels sind viele Menschen aufgrund der anhaltenden Gewalt gezwungen, ihre Heimat innerhalb des Landes zu verlassen. Gleichzeitig erhöhen die anhaltenden Migrationsbewegungen – sowohl nach Norden als auch zurück nach Honduras – die Risiken für die betroffene Bevölkerung.
Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche, Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie andere schutzbedürftige Gruppen. Sie haben es häufig deutlich schwerer, die Unterstützung und Schutzangebote zu erhalten, die sie benötigen. Ursachen dafür sind unter anderem systemische Ausgrenzung, begrenzte institutionelle Kapazitäten und die noch unzureichende Berücksichtigung von Inklusion sowie geschlechtsspezifischen Bedürfnissen in der humanitären Hilfe.
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