Südsudan
Im Südsudan setzt sich Handicap International (HI) dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe besser berücksichtigt werden und stellt sicher, dass Frauen und Mädchen, die geschlechtsspezifische Gewalt überlebt haben, die Unterstützung erhalten, die sie benötigen, um ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft fortzusetzen.
Ein HI-Mitarbeiter sitzt mit Oliver zusammen, der bei einem Minenunfall sein Bein verloren hat. | © Dieter Telemans/HI
Laufende Aktivitäten
Im Südsudan setzt sich Handicap International dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe besser einbezogen werden, indem sie die Umsetzung der UN-Leitlinien für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen auf lokaler und regionaler Ebene unterstützt. Handicap International verbessert die Zusammenarbeit zwischen Hilfsorganisationen, entwickelt barrierefreie Angebote in Bereichen wie Ernährung, Gesundheit, Wasser, Sanitärversorgung und Schutz und setzt sich dafür ein, bestehende Hürden abzubauen. Außerdem stärkt Handicap International Organisationen von Menschen mit Behinderungen, damit sie selbstständiger arbeiten und aktiv an der humanitären Hilfe mitwirken können.
In der Region Pibor setzt sich Handicap International gegen geschlechtsspezifische Gewalt ein. Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, erhalten psychosoziale Unterstützung sowie finanzielle Hilfe. Bei Bedarf vermittelt Handicap International sie auch an Gesundheits-, Rechts- und Schutzangebote. Außerdem verteilt die Organisation Hygienepakete und informiert über geschlechtsspezifische Gewalt sowie sexuelle und reproduktive Gesundheit. Die Aufklärungsangebote finden in geschützten Räumen für Frauen und Mädchen sowie durch mobile Teams statt, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Als Reaktion auf die wachsenden humanitären Folgen des Konflikts im Nachbarland Sudan ist Handicap International außerdem in der Region Northern Bahr el Ghazal tätig. Dort erhalten besonders gefährdete Menschen finanzielle Hilfeleistungen.
- Anzahl der Mitarbeitenden von Handicap International: 21
- Von Handicap International im Jahr 2025 direkt unterstützte Begünstigte: 27.093
- Indirekte Begünstigte der Handicap International -Aktivitäten im Jahr 2025: 162.558
- Startdatum des Programms: 2006
Hintergrund
Mit seiner Unabhängigkeit im Jahr 2011 wurde der Südsudan zum jüngsten Staat der Welt. Seit Jahren leidet das Land unter einer der schwersten humanitären Krisen weltweit. Anhaltende Konflikte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, politische Instabilität sowie extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Dürren verschärfen die Lage. Trotz des Friedensabkommens von 2018 und der Bildung einer Regierung im Jahr 2020 bleibt die Situation angespannt.
Seit Beginn des Kriegs im Nachbarland Sudan im April 2023 sind fast eine Million Menschen in den Südsudan geflohen. Zusammen mit den Binnenvertriebenen sind inzwischen mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Dadurch verschärft sich die ohnehin große Nahrungsmittelknappheit: Im Jahr 2026 leiden rund 7,6 Millionen Menschen unter akutem Hunger. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder. Bis Mitte 2026 sind schätzungsweise 2,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren und 1,1 Millionen Mütter von akuter Mangelernährung bedroht.
Gleichzeitig zerstören Gewalt zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen – vor allem im Bundesstaat Jonglei – sowie schwere Überschwemmungen die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Der Zugang zu sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung und Bildung ist dadurch stark eingeschränkt.
Hinzu kommt, dass internationale Hilfsmaßnahmen nicht ausreichend finanziert sind: 2025 waren nur rund 40 Prozent des humanitären Hilfsplans gedeckt. Dadurch mussten Gesundheits- und Ernährungszentren schließen. Trotz einzelner Fortschritte, wie der Friedensinitiative Tumaini im Jahr 2024, steht der Südsudan weiterhin vor großen Herausforderungen. Schwache staatliche Strukturen, eine von internationaler Hilfe abhängige Wirtschaft und eine unzureichende Infrastruktur erschweren eine nachhaltige Entwicklung.
Einsatzbereiche
Neues aus den Projekten
Vergessene Krisen #InDenFokus
Ukraine-Krieg, Erdbeben, unaufhaltsame Klimakatastrophe – die ständig neu aufkommenden humanitären Krisen, die unsere westliche Gesellschaft unmittelbar umgeben und daher omnipräsent sind, lassen uns wiederum andere Notlagen auf dieser Welt vergessen. Jedoch gibt es etliche Regionen weltweit, in denen die Menschen unter Vertreibung, Dürre oder schlechter medizinischer Versorgung leiden.
Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer
Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni fordert die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI), dass Geflüchtete mit Behinderung eine echte Chance haben müssen, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Von 79,5 Millionen Flüchtlingen weltweit haben etwa 15 % eine Behinderung. Sie kämpfen oftmals mit Isolation, Diskriminierung und Ausgrenzung.
Südsudan: Corona verschärft humanitäre Krise
Seit März arbeiten die Teams von HI im Südsudan daran, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Allein in der Region Juba im Südsudan wurden über 5.200 schutzbedürftige Menschen registriert, die im Zuge der Corona-Krise Hilfe benötigen.
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