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"Ich bin noch am Leben"

Minen und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Ukraine

Vadim verbrachte den Winter versteckt in einem Keller in der Stadt Bachmut, dem Schauplatz der bisher längsten und tödlichsten Gefechte des Krieges in der Ukraine. Dabei zog er sich schwere Erfrierungen an seinen Beinen zu. Die Folge: Seine Unterschenkel mussten amputiert werden. HI-Reha-Spezialist Ruslan kümmert sich um Vadim und macht mit ihm wichtige Übungen, damit die Beine nicht taub werden. 

Vadim sitzt auf einem Krankehausbett. Sein rechtes Bein liegt auf einem Rollstuhl, sein Stumpf ist zu sehen.

Vadim nach der Amputation im Krankenhaus in Lviv | © O.Marikutsa / HI

Vadim harrte in der Stadt Bachmut aus, die lange Zeit hart umkämpft war. Als er eines Tages vom Einkaufen nach Hause kam, war sein Haus auf einmal verschwunden. Es war buchstäblich weggebomt worden. Vadim suchte kurzer Hand Schutz in dem Keller des Stadttheaters. Dort gab es weder Strom noch Heizung. Dennoch blieb ihm nichts anderes übrig, als den Winter über dort zu bleiben.
Es ist schwer in Worte zu fassen, was Vadim durchgemacht hat. Wie lange versteckte er sich in dem fremden Keller? Zwei Wochen, drei oder noch länger? Der alte Mann kann es nicht mehr genau sagen. Für ihn fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Ukrainische Freiwillige wurden schließlich auf ihn aufmerksam. Sie sorgten dafür, dass er aus Bachmut evakuiert und in ein Krankenhaus in Lviv   gebracht wurde. 


„Meine Beine waren schwarz geworden. Es gab keine andere Möglichkeit, als sie zu amputieren.“ Nach der Amputation lernte Vadim Ruslan, einen unserer Physiotherapeuten kennen. Ruslan ist spezialisiert in der Rehabilitation von Menschen mit Amputation.


„Zum Glück geht es mir gut! Das habe ich den medizinischen Teams zu verdanken, ohne sie wäre ich nicht mehr hier. Ich bin so dankbar, dass sie mein Leben gerettet haben!“


Ruslan hilft Vadim, sich mit seiner neuen Situation zurecht zu finden. Sie machen verschiedene Übungen, um Vadims Muskeln zu stärken und um Taubheit vorzubeugen. Vadim vertraut Ruslan sehr und nennt ihn spaßeshalber „den Boss“. 


Wie es für Vadim langfristig weitergeht? 


„Wer weiß schon, was passieren wird? Niemand… offensichtlich. Natürlich würde ich mir wünschen, dass der Krieg zu Ende geht, aber das wird leider noch eine Zeit lang dauern, glaube ich“, sagt der freundliche Mann nachdenklich.

Dank der Finanzierung durch die Europäische Union arbeiten wir in acht verschiedenen Krankenhäusern in der Ukraine, die in den Städten Lwiw, Kyjiw, Charkiw und Dnipro gelegen sind. Im St. Luke's Hospital in Lviv bildet Handicap International Physiotherapeuten für die Behandlung von Menschen mit schweren Verbrennungen aus. Das ist etwas völlig Neues in der Ukraine.
Wie Vadim sind viele der Verletzten Vertriebene aus der Ostukraine, die zur Behandlung nach Lwiw gebracht wurden. Mit Unterstützung der Europäischen Union und des USAID-Büros für Humanitäre Hilfe hat HI Reha-Sitzungen für die Betroffenen ermöglicht.

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