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8 Jahre Streubombenverbot: Trotzdem neue Opfer

Minen und andere Waffen
International

Das Osloer Übereinkommen über das Verbot der Verwendung, Herstellung, Lagerung und Weitergabe von Streumunition ist vor acht Jahren, am 1. August 2010, in Kraft getreten. Trotz des Erfolgs der Konvention, die von 119 Ländern unterzeichnet wurde, haben sich die Opfer in den letzten Jahren verdoppelt.

Der im August 2017 veröffentlichte Bericht „The 2017 Cluster Munition Monitor“ meldet, dass sich die Zahl der durch Streumunition getöteten oder verletzten Menschen zwischen 2015 und 2016 mehr als verdoppelt hat. Im Jahr 2016 gab es 971 Opfer dieser barbarischen Waffen gegenüber 419 im Jahr 2015. Zivilisten machen 98 Prozent der weltweit gemeldeten Submunitionsverluste aus.

Der syrische Konflikt

Allein der syrische Konflikt machte im Jahr 2016 89 Prozent der weltweiten Opfer von Streumunition aus, das sind 860 von insgesamt 971 Opfern.

Die überwiegende Mehrheit der neuen Opfer (857) wurde bei Streumunitionsangriffen verletzt oder getötet. Aber auch lange nach Kriegsende gab es neue Opfer durch nicht explodierte Submunitionen, wie zum Beispiel in Laos  - dort waren es 51 Verletzte und Getötete.

Was sind Streumunitionen?

Streubomben können vom Flugzeug abgeworfen oder vom Boden abgefeuert werden. Sie sind so konstruiert, dass sie sich in der Luft öffnen und Submunitionen auf einer Fläche freisetzen, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Sie töten und verstümmeln wahllos Zivilisten und Kämpfer.

Bis zu 40 Prozent dieser Submunitionen explodieren nicht beim Aufprall. Dies gefährdet das Leben der Zivilbevölkerung, manchmal noch Jahrzehnte nach Beendigung eines Konflikts, und behindert das wirtschaftliche und soziale Leben.

 

Phongsavath verlor durch eine Subminution beide Hände und das Augenlicht

Phongsavath aus Laos verlor an seinem 16. Geburtstag beide Hände und sein Augenlicht durch eine Submunition. Heute kämpft der leidenschaftliche Breakdance-Tänzer als sogenannter Ban Advocate gegen diese grausame Waffe.

 

Akzeptanz und Umsetzung des Übereinkommens

In den letzten acht Jahren wurden jedoch echte Fortschritte bei der Akzeptanz des Übereinkommens über Streumunition erzielt: Das Übereinkommen wurde von 120 Ländern unterzeichnet, von denen 103 Vertragsstaaten sind, was es zu einem mächtigen Rüstungskontrollinstrument macht. Außerdem werden sich diese Staaten immer häufiger mit offiziellen Erklärungen gegen den Einsatz dieser barbarischen Waffen wehren.

Auch bei der Beseitigung der Streumunitionsreste wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Insgesamt 28 Staaten haben die Vernichtung ihrer Bestände abgeschlossen und insgesamt fast 1,4 Millionen Streumunitionen vernichtet. Dies entspricht bis heute der Vernichtung von 97 % der gesamten von den Vertragsstaaten gemeldeten Streumunitionsbestände.

1 August 2018
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