Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

82 Tonnen humanitärer Hilfsgüter ausgeliefert

Nothilfe
Haiti

Zwei Monate nach Hurrikan Matthew, der am 4. Oktober 2016 über Haiti fegte, benötigen immer noch 1,4 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Handicap International setzt den  Nothilfeeinsatz für die Opfer der Katastrophe fort.

Verladung der Hilfsgüter auf Boote

Unsere logistische Plattform organisiert die Verladung und den Transport der humanitären Hilfsgüter | © Handicap International

Dank der Unterstützung durch die humanitäre Hilfe und die Regierung haben schon 750.000 Betroffene Hilfe erhalten (Zugang zu Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Hygienemaßnahmen, Gesundheitsversorgung etc.). Dennoch ist der humanitäre Bedarf immer noch enorm:

„Hurrikan Matthew hat ein Land geschwächt, das schon vorher eine kritische wirtschaftliche, gesundheitliche und soziale Lage aufwies. Auch zwei Monate nach dem Hurrikan bestehen die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung weiter. Besonders hart trifft es die Gemeinden, die in entlegenen oder schwer erreichbaren Gebieten leben. Sie zu erreichen und zu unterstützten hat nach wie vor Priorität“, Sylvia Sommella, Leiterin des Nothilfeeinsatzes von Handicap International in Haiti

Logistische Herausforderungen

Hurrikan Matthew und die Überschwemmungen im Norden und Süden der Insel haben zahlreiche Straßen und Brücken beschädigt. Um die humanitäre Hilfe entweder auf dem Seeweg oder über Land bis in die entlegenen Gebiete zu bringen, hat Handicap International eine Logistikplattform eingerichtet, die die Departments Sud, Grand Anse und Nippes abdeckt. Unsere Teams haben bereits 21 Transporte auf dem Landweg und 11 Transporte auf dem Seeweg organisiert und so 82 Tonnen an humanitären Hilfsgütern (Werkzeug, Ausrüstung für Notquartiere, Hygienesets) in Zusammenarbeit mit anderen humanitären Organisationen transportiert.

Verteilungen von Nothilfesets

Wir haben die Verteilung von 1.000 Nothilfesets (bestehend aus einem Werkzeugkasten, Seilen, Halterungen und Planen) und essentiellen Haushaltsgegenständen (Wasserfilter, Solarlampen, Kanister und Moskitonetze) im Departement Les Nippes vorgenommen, um den Menschen ein Dach über dem Kopf und menschenwürdige Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Rehabilitation und psychologische Unterstützung

Gleich nach der Katastrophe haben wir zwei mobile Teams aufgestellt, die sich in der Stadt Les Cayes um die verletzten Menschen kümmern. Die Teams bestehen je aus einer Projektleitenung (spezialisiert auf besondere Bedürfnisse, besonders in der Rehabilitation), einer psychologischen Betreuung, einer Fachkraft für Physiotherapie und einem Sozialarbeitenden. Diese Teams haben den Zustand der Krankenhäuser und der bestehenden Rehabilitationsdienste evaluiert und Rollstühle, Krücken und Gehhilfen geliefert. Schon mehr als 150 Menschen haben sie zudem mit Rehabilitationsmaßnahmen versorgt. Weiterhin unterstützen unsere Teams die Opfer auch in psychologischen Beratungsstunden.

Wir bilden derzeit noch zusätzliche Teams, die bald in der Stadt Les Cayes und dann in Jérémie aktiv werden.

Inklusion der besonders schutzbedürftigen Menschen

Auch in den Departements Grande Anse und Sud machen wir die am stärksten schutzbedürftigen Menschen ausfindig: isolierte Haushalte, schwangere Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. Dann begleiten wir auch andere humanitäre Akteure dabei, diese Menschen besser zu versorgen und ihnen einen gesicherten und barrierefreien Zugang zur Versorgung  (Gesundheitsversorgung, Bildung, Rehabilitation usw.) zu gewährleisten.

Der Einsatz von Handicap International in Zahlen

  • 151 Personen haben an Rehabilitationsmaßnahmen teilgenommen
  • 70 Personen haben psychologische Unterstützung erhalten
  • 136 besonders schutzbedürftige Menschen wurden von Handicap International in den Gemeinden ausfindig gemacht. Wir stellen sicher, dass sie Zugang zur humanitären Hilfe haben (medizinische Versorgung, Rehabilitation etc.)
  • 1 Logistikplattform wurde von Handicap International in den Städten Les Cayes und Jérémie errichtet. Wir haben 32 Transporte organisiert (21 Transporte auf dem Landweg und 11 Transporte auf dem Seeweg), dank einer Flotte von 40 LKWs und 10 Booten
  • 82 Tonnen an humanitären Hilfsgütern von anderen Partnern (Medair, UNASCAD, Solidarité International, DIAKONI, UNDP) konnten schon zur Bevölkerung in den entlegenen Gegenden gebracht werden
  • 1.000 Nothilfesets mit Werkzeugen und Haushaltsgegenständen wurden in Nippes verteilt
9 Dezember 2016
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Venezuela: Als die Erde bebte – Wenn die Katastrophe das eigene Zuhause trifft
© A. Jota / HI
Nothilfe

Venezuela: Als die Erde bebte – Wenn die Katastrophe das eigene Zuhause trifft

Yohanna Talloli, Inklusionsexpertin bei Handicap International, erlebte das Erdbeben in Venezuela in ihrer Wohnung: zusammen mit ihrer Tochter. Obwohl sie selbst trauert und Angst vor weiteren Beben hat, hilft sie den Menschen in dieser schrecklichen Krise. Als humanitäre Helferin ist es etwas ganz anderes, wenn die Not das eigene Land betrifft, berichtet Yohanna.

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben
© HI
Nothilfe

Venezuela: Nothilfe nach verheerendem Erdbeben

Zwei schwere Erdbeben haben Teile Venezuelas erschüttert. Erste Schätzungen gehen von hunderten Toten, tausenden Verletzten und zehntausenden Vermissten aus. Inmitten dieser Tragödie bereiten die Teams von Handicap International (HI) ihren Einsatz vor – besonders für diejenigen, die jetzt am dringendsten Hilfe brauchen: Menschen mit Behinderungen und Schwerverletzte.

DR Kongo: Ein Dreirad-Rollstuhl für ein selbstständiges Leben
© Ogala Company / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

DR Kongo: Ein Dreirad-Rollstuhl für ein selbstständiges Leben

Dorica Zawadi muss Hals über Kopf mit ihren Kindern vor der andauernden Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo fliehen. Irgendwie schafft sie es, obwohl sie nicht laufen kann. In ihrem neuen Dorf stößt sie auf das Team von Handicap International (HI) und erhält eine Art Dreirad: Endlich ist sie mobil, kann einen Nähkurs besuchen und ihre Kinder selbst versorgen.