Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Beirut drei Monate danach

Nothilfe
Libanon

Die Lage in Beirut ist aufgrund der Explosion im August 2020 weiterhin angespannt. Das Land steht zudem vor großen gesellschaftlichen und finanziellen Herausforderungen.

Die 82-jährige Donia Awad wurde bei der Explosion verletzt. Jetzt wird sie von HI unterstützt.

Die 82-jährige Donia Awad wurde bei der Explosion verletzt. Jetzt wird sie von HI unterstützt. | © Tom Nicholson/ HI

Nachsorge für die Opfer

Auch die schwere Wirtschaftskrise stellt den Libanon und seine Menschen vor große Herausforderungen – ein Viertel der libanesischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Viele Familien haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung und kein Geld für Lebensmittel. Aufgrund der politischen Umstände ist die Bevölkerung gespalten. Die Corona-Pandemie ist in der bereits instabilen Situation eine zusätzliche Belastung.
Unsere Teams kümmern sich vor allem um die Nachsorge für Opfer mit langfristigem Reha-Bedarf nach Operationen oder Amputationen. Das Ziel ist es, langfristigen Beeinträchtigungen vorzubeugen. Zusätzlich bietet HI psychosoziale Unterstützung für Menschen an, die durch die Explosion traumatisiert sind. Beschädigte Häuser, die katastrophale Wirtschaftslage und die politischen Unruhen sind eine große psychische Belastung. Mit unserem lokalen Partner Mousawat arbeiten wir in einem Projekt zu psychischer Gesundheit und Versorgung von Menschen mit Verletzungen oder bereits bestehenden Behinderungen. Der Zugang zu psychosozialer Unterstützung bestärkt die gefährdeten Menschen in ihrer Unabhängigkeit und verringert so das Risiko langfristiger psychischer Erkrankungen. Spenden Sie jetzt, um HI in Beirut zu unterstützen!

Barrierefreie Umsiedlungszentren

Wir unterstützen den Wiederaufbau und stellen sicher, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden. So sollen zum Beispiel die temporären Umsiedlungszentren so barrierefrei wie möglich gestaltet werden. Handicap International teilt dabei sein Fachwissen mit anderen Organisationen und leistet auch technische Unterstützung.
Bei der Explosion in Beirut am 4. August 2020 wurden mehr als 200 Menschen getötet, mehr als 6.500 wurden verletzt und große Teile der Stadt sind zerstört. Rund 220.000 Menschen sind direkt betroffen. 73.000 Wohnungen in 9.100 Gebäuden wurden beschädigt oder zerstört. Informieren Sie sich jetzt über HIs Einsatz in Beirut.

Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Gaza: Baschir blüht auf
© HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gaza: Baschir blüht auf

Es ist früher Morgen. In einem Zelt in Deir al-Balah liegt der elfjährige Baschir auf einer dünnen Matratze. Sein Zuhause ist prekär: Bei Regen wird das Zelt nass, und das Wasser dringt bis zu seiner Matratze durch. Baschir kann nicht aufstehen, um nach draußen zu gehen. Seine Muskeln sind zu schwach. Aber seine Augen sind wach und voller Träume.

Gazastreifen: „Die Prothese gibt mir unendliche Kraft“ Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gazastreifen: „Die Prothese gibt mir unendliche Kraft“

Nesma ist erst 20 Jahre alt. Wie viele andere Familien im Gazastreifen musste sie ihr Zuhause verlassen und vor der Gewalt fliehen. Doch bei einem Angriff wurde sie schwer verletzt. Ihr rechtes Bein musste amputiert werden. Genau ein Jahr später steht sie wieder aufrecht, kann ihr Kind sicher im Arm halten und sich um ihre Familie kümmern.

Libanon: ein Leben auf der Flucht
© T. Mayer / HI
Nothilfe

Libanon: ein Leben auf der Flucht

Samir hatte einen Traum: ein Zuhause für seine Familie, ein Stück Land, von dem er leben kann, und einen Bauernhof, den er an seine Kinder weitergibt. Jahrzehntelang hat er dafür gearbeitet. Heute ist davon nichts mehr übrig. Seine Familie wird immer wieder vom Krieg vertrieben und sie leben dicht gedrängt in einer Notunterkunft. Mobile Teams von HI versorgen seine kranken Söhne.