Co-Preisträger Friedensnobelpreis

DR Kongo: Effizienterer Anbau für eine bessere Zukunft

Nothilfe
Demokratische Republik Kongo

Auf Jean-Pierres Feldern wuchs früher nie genug, um seine große Familie ausreichend zu ernähren. Dank unserer Schulungen und Hilfsmittel können er und seine Familie nun jedoch gut vom Ernte-Ertrag leben. Inzwischen bildet er sogar andere Bauern und Bäuerinnen in seinem Dorf aus, damit auch sie die immer wiederkehrenden Lebensmittelkrisen besser überstehen können.

Jean-Pierre steht, mit einer Warnweste bekleidet, auf einem Feld. Im Hintergrund sieht man eine große Menschenmenge, vermutlich andere Bewohner*innen seiner Gemeinde, denen er helfen konnte.

Jean-Pierre hat bereits 132 Bäuer*innen in seiner Gemeinde gezeigte, wie man effektiv Landwirtschaft betreiben kann | © V. Nikolic / HI

Jean-Pierre Muamba Nkinda, 65, ist Bauer aus Dibaya in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Familienvater. Er hat immer hart gearbeitet, um seine neun Kinder zu versorgen. Es fehlte ihm jedoch an den Ressourcen und der Ausbildung, um ausreichend Ernte einzufahren. Deshalb hatte seine Familie oftmals nicht genug zu essen.

 
Im Zusammenhang mit unserem Nachhaltigkeits-Projekt konnte Jean-Pierre an Schulungen zur effizienten Landwirtschaft teilnehmen. Zusammen mit 68 anderen Landwirt*innen lernte er u.a. Techniken zur Aussaat und zum Einsatz von Naturdünger, um die Erträge zu steigern.

„Früher habe ich so viele Samen verschwendet und sie einfach in die Erde geworfen. Aber jetzt weiß ich, wie man richtig sät und den Boden pflegt, damit jeder Samen eine Chance bekommt zu wachsen“, freut sich Jean-Pierre.

Dank dieser neu erworbenen Kenntnisse konnte Jean-Pierre seine Ernte erheblich steigern, und die Gesundheit seiner Kinder hat sich deutlich verbessert. Der Ernte-Ertrag lässt sogar noch etwas für den Verkauf übrig. Mit dem Geld bezahlt Jean-Pierre die Gesundheits- und Schulkosten für seine Kinder. 


Inspiriert von dem Erfolg seines Vaters, hat einer seiner Söhne nun beschlossen, selbst Landwirtschaft zu studieren. Auch Jean-Pierre und die anderen Landwirt*innen, die an unserem Projekt teilgenommen haben, teilen nun ihr Wissen mit anderen Bauern. So profitieren noch weitere Dorfbewohner*innen von dem Projekt. Jean-Pierre alleine hat bereits 132 Menschen in seinem Dorf geschult und ist dadurch zu einer angesehenen Persönlichkeit in der Gemeinde geworden. Er ist stolz darauf, anderen helfen zu können:

„Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass ich ihr Leben positiv beeinflusst habe und dass sie nun in der Lage sind, ihre Familien zu ernähren und ihre Kinder zur Schule zu schicken“, sagt er. 

Über das Projekt

Seit dem Projektbeginn im Jahr 2021 hat unsere Unterstützung rund 4.750 Haushalte erreicht. Es wurden mehr als 230 kg Gemüsesaatgut, 118.000 Tonnen Regenfeldsaatgut und 28.500 landwirtschaftliche Geräte verteilt. Durch unsere Arbeit haben die Haushalte ihre Anbaufläche von 804 m² auf 1.700 m² ausweiten können. Zudem wurden verschiedene Schulungen in Agrarökologie, wie die, an der Jean-Pierre teilgenommen hat, angeboten. Das Projekt wurde vom Amt für humanitäre Hilfe (BHA) unterstützt und entstand teilweise in Zusammenarbeit mit der Inspection Provinciale de l’Agriculture (IPA). 

12 Juni 2023
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Lara, Flucht im Rollstuhl
© HI
Nothilfe

Lara, Flucht im Rollstuhl

Lara ist acht Jahre alt und musste schon mehrfach mit ihrer Familie vor Bomben und Beschuss fliehen. Sie hat Zerebralparese und benötigt einen Rollstuhl. Ihr Vater Zuhair trägt sie meist auf den Schultern, wenn sie erneut eine Notunterkunft verlassen müssen. Derzeit leben sie in den Gebäuden einer Universität in Gaza-Stadt, die nicht für Menschen mit Behinderung eingerichtet sind.

Philippinen: Schutz vor den Folgen des Klimawandels
© M-C Manalastas / HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

Philippinen: Schutz vor den Folgen des Klimawandels

Die Philippinen sind das Land, das weltweit am drittstärksten vom Klimawandel betroffen ist. Immer häufiger kommt es zu starken Regenfällen und anderen Naturkatastrophen. Mehr als 130 Millionen Menschen waren in den letzten 30 Jahren betroffen. Besonders schwer haben es dabei Menschen mit Behinderung. HI hilft ihnen und schult sie, damit sie sich besser auf den Notfall vorbereiten können.

Wieder auf den Beinen: Noor ist kaum zu bremsen
© A. Rahhal / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Wieder auf den Beinen: Noor ist kaum zu bremsen

Als im Februar 2023 in der Türkei und im Nordwesten Syriens die Erde bebt, wird die kleine Noor unter Trümmern begraben. Das tapfere Mädchen überlebt schwer verletzt. Unsere Teams kümmern sich von Anfang an fürsorglich um die Dreijährige.