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„Eine Rakete explodierte neben mir“

Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie

Der zwölfjährige Zakarya ist das achte Kind einer armen Familie, die in einem kleinen Dorf im im Norden des Jemen lebt. Sein Leben veränderte sich schlagartig, als er bei einem Raketenangriff verletzt wurde und die Ärzte sein linkes Bein amputieren mussten.

Zakarya (im Hintergrund) läuft mit seiner neuen Prothese.

Zakarya (im Hintergrund) läuft mit seiner neuen Prothese. | © Ayman / HI

Zakarya wurde schwer verletzt, als eine Rakete sein Dorf traf. Da es keine Krankenhäuser in der Nähe gibt, musste er sofort nach Sanaa gebracht werden. Dort amputierte man ihmsein linkes Bein am Oberschenkel..

Traumatisiert

Der brutale Angriff hat seine Spuren hinterlassen:

„Ich war draußen und spielte mit meinen Freunden. Da fiel plötzlich eine Rakete auf die Straße und explodierte in meiner Nähe. Die Explosion ging richtig durch mich hindurch. Ich war von Splittern durchlöchert. Ich war alleine und verletzt, also fing ich an zu schreien und zu weinen. Sie können sich nicht vorstellen, wie das ist, wenn Sie es nicht selbst erlebt haben.“

Sich als Außenseiter fühlen

Wie die meisten Jungen in seinem Alter liebte Zakarya es, draußen herumzurennen und Fußball mit Freunden zu spielen. Doch dann war plötzlich alles anders: Er konnte nicht mehr laufen, rennen oder mit seinen Klassenkameraden spielen. Er fühlte sich ausgeschlossen und verfiel in eine schwere Depression:

„Ich stand unter Schock, als ich mit nur einem Bein aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Es war schrecklich. Ich konnte es nicht ertragen, von anderen Leuten umgeben zu sein oder auch nur mit ihnen zu sprechen. Ich hatte das Gefühl, dass sie mich die ganze Zeit mitleidsvoll anstarrten.“

Von den Krücken zur Prothese

Nachdem der Junge Krücken von HI erhalten hatte, konnte er eigenständig herumlaufen und zum ersten Mal wieder Dinge selbst machen. Das war ein wichtiger Schritt nach vorne – und einer, der ihm neue Hoffnung gab. Doch er fühlte sich erst dann wirklich besser, als er mit den Physiotherapie-Übungen mit einem Therapeuten von HI beginnen durfte. Drei Monate nach seiner Operation erhielt Zakarya eine für ihn maßgeschneiderte Prothese, für deren Herstellungskosten HI aufkam. Er trägt sie jetzt seit zwei Wochen.

Zakarya ist nicht allein

Zakarya begann, gemeinsam mit anderen Kindern eine Gruppe zur psychologischen Unterstützung zu besuchen. Mit Kindern, die wie er verletzt oder amputiert worden waren. Das half ihm zu erkennen, dass er nicht allein ist, und er konnte seine Behinderung langsam akzeptieren, darüber sprechen und seine Gefühle mitteilen. Sogar neue Freunde hat er so gefunden.

Rehabilitation und psychologische Unterstützung

HI-Physiotherapeut Ayman erklärt, warum es wichtig ist, die Reha mit psychologischer Hilfe zu kombinieren:

„Wir stellen immer sicher, dass die Leute sowohl rehabilitative als auch psychologische Versorgung bekommen. Denn diese gehen Hand in Hand. Eine Amputation ist ein traumatisches Ereignis – körperlich wie auch psychisch. Manche Patienten weigern sich zu akzeptieren, was ihnen widerfahren ist, und sie verlieren die Lust am Leben. Wir helfen ihnen, sich zu erholen, ihre Beine wieder zu benutzen und mit sich selbst in Einklang zu kommen.“

Die Träume am Leben erhalten

Zakarya ist nun am Ende seiner Reha-Sitzungen angelangt. Er lebt seine Kindheit und hat auch seine Träume nicht aufgegeben: „Ich will ein Fußballstar werden! Ich bin froh, dass ich wieder laufen kann. Jetzt kann ich wieder mit meinen Freunden spielen und zur Schule gehen.“

5 Dezember 2018
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