Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Genfer Konferenz verurteilt neue Einsätze von Streubomben

Minen und andere Waffen
International

81 Staaten sowie zahlreiche internationale Institutionen und Organisationen haben sich vom 4. bis 6. September 2017 in Genf getroffen, um sich über die Fortschritte des Vertrags über ein Verbot von Streubomben auszutauschen.

Botschafter Branislav Kapetanovic, hat selbst durch einen Streubombenunfall Arme und Beine verloren.

Am ersten Abend ehrte Konferenzpräsident Biontino die internationale Kampagne gegen Streubomben CMC und ihren Boschafter Branislav Kapetanovic, der selbst durch einen Streubombenunfall Arme und Beine verloren hat. | Branislav Kapetanovic

Dabei waren 58 Vertragsstaaten, neun Staaten, die bereits unterzeichnet oder ratifiziert haben und 14 Beobachterstaaten. Der Präsident der Konferenz war in diesem Jahr der deutsche Botschafter für Abrüstung bei den Vereinten Nationen, Michael Biontino. Bereits in den Eröffnungsreden beschrieben die Vertreterin des internationalen Roten Kreuzes und der Botschafter der Streubombenkampagne, Branislav Kapetanovic, den dramatischen Anstieg der Opferzahlen im letzten Jahr, vor allem durch die neuen Einsätze von Streubomben in Syrien und im Jemen. Wenige Tage vor der Genfer Konferenz waren die alarmierenden Zahlen im jährlichen Streubomben-Monitor von der internationalen Kampagne Cluster Munition Coalition vorgestellt worden

Besorgnis über die letzten Einsätze von Streubomben

Obwohl die Konferenz selbst eher in sachlicher Arbeitsatmosphäre verlief, drückten doch einige Staaten in ihren Statements große Besorgnis über die letzten Einsätze der geächteten Waffen aus, darunter Deutschland, Frankreich, der Irak oder die Vertreterin der EU. Auch im Abschlussdokument wurde ein entsprechender Passus der Besorgnis aufgenommen mit der Verurteilung von jedem Einsatz durch jeden Akteur.

Höhepunkte der Konferenz waren die Ankündigungen von Sri Lanka und Südsudan, dass sie dem Verbotsvertrag in nächster Zukunft beitreten wollen. Damit wird sich die Zahl der Vertragsstaaten von 102 auf 104 erhöhen – doch als Ziel bis 2021 wurden vor zwei Jahren bei der Überprüfungskonferenz 130 Vertragsstaaten angesetzt. Bis dahin ist also noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

7 September 2017
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Minen in Kolumbien: „Genau jetzt habe ich ein Leben gerettet!“
© J. Moreno / HI
Minen und andere Waffen

Minen in Kolumbien: „Genau jetzt habe ich ein Leben gerettet!“

Vor Mayras Füßen liegt ein halb vergrabener Sprengkörper: eine Landmine. Angst? Ein bisschen gehört in diesem Job immer dazu. Aber in diesem Augenblick spürt Mayra vor allem riesige Freude. Denn sie weiß: Genau jetzt habe ich ein Menschenleben gerettet. Als Entminerin bei Handicap International (HI) muss Mayra täglich mit dieser Gefahr umgehen. In Kolumbien hilft sie dabei, Minen aufzuspüren und gefährliche Flächen wieder sicher zu machen.

Streubombenmonitor 2026 – Opferzahlen verdreifacht
© HI
Minen und andere Waffen

Streubombenmonitor 2026 – Opferzahlen verdreifacht

Der neue Streubomben-Monitor zeigt einen alarmierenden Anstieg der Opferzahlen durch Streumunition. Knapp 90 Prozent kommen aus der Zivilbevölkerung. Handicap International (HI), Mitherausgeberin des Monitors, fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer, Räumung und Gefahrenaufklärung. Damit Kinder, die Sprengkörper mit Spielzeug verwechseln, nicht mehr schwerverletzt werden – so wie Mahmoud aus Syrien.

Wir sind stolz: unser Jahresbericht 2025
© T. Mayer / HI
Öffentlichkeitsarbeit

Wir sind stolz: unser Jahresbericht 2025

Es ist uns im Jahr 2025 gelungen, drei Millionen Menschen zu helfen. Angesichts der weltweit zunehmenden Kriege, Vertreibungen und Naturkatastrophen ist es umso wichtiger, dass unsere Teams vor Ort Menschen mit Behinderung und vulnerable Gruppen unterstützen sowie die Zivilbevölkerung in Konfliktgebieten stärken. Wir sind für jede Spende dankbar!