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Haiti: 4 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben

Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie
Haiti

Am 12. Januar 2010 ging die Welt auf Haiti unter, als bei einem Erdbeben über 200.000 Menschen starben. Handicap International war sofort zur Stelle und unterstützt die Betroffen noch immer. Heute führen wir vor allem Entwicklungsprojekte wie Ausbildung und Katastrophenvorsorge durch.

Handicap International war bereits vor dem Erdbeben vom 12. Januar 2010 mit einer Logistikplattform in Haiti aktiv. Diese war eingerichtet worden, um die Verteilung humanitärer Güter in Regionen, die nach einer Reihe von Zyklonen schwer zugänglich geworden waren, zu gewährleisten. Unter diesen Voraussetzungen konnte Handicap International bereits am ersten Tag nach der Katastrophe – so schnell wie noch nie in einem Nothilfeeinsatz - reagieren und Hilfe für die Betroffenen leisten. Über 500 Auslandsmitarbeitende wurden seither in Haiti eingesetzt. Während der Hauptphase des Nothilfeeinsatzes waren gleichzeitig bis zu 600 Personen im Team von Handicap International aktiv, davon rund 80 aus dem Ausland.

Von der Organisation wurden seither 1.459 Menschen mit Prothesen und Orthesen ausgestatten, 20.000 Tonnen an Hilfsgütern transportiert und 1.050 Notunterkünfte zur Unterbringung von 5.250 Menschen errichtet. 90.000 Menschen wurden im Rahmen von Notversorgung und Rehabilitation behandelt, 25.000 erhielten psychologische Unterstützung. Zusätzlich stellte Handicap International 5.600 Mobilitätshilfen bereit und unsere Fachkräfte für Physiotherapie führten 4500 Sitzungen durch.

Während des zweijährigen Nothilfeeinsatzes unterstützte Handicap International außerdem Menschen mit Behinderung, wirkte am Bau von provisorischen Notunterkünften und der Erarbeitung eines Präventionsmechanismus zum Schutz der Bevölkerung vor künftigen Katastrophen mit und trug zur wirtschaftlichen und sozialen Inklusion der Schutzbedürftigsten bei.

Seit 2012 hat sich der Fokus der Arbeit von der Nothilfe in Richtung Entwicklungszusammenarbeit verschoben. Dabei geht es darum, eine geeignete Infrastruktur zu schaffen, um eine adäquate medizinische Behandlung von Menschen mit Behinderung und deren vollständige Inklusion in die haitianische Gesellschaft zu ermöglichen. Unmittelbare Nothilfe nach der Katastrophe ist zwar nicht mehr notwendig, doch angesichts der grassierenden Armut ist die Situation für viele Menschen mit Behinderung alarmierend. Selbst Grundbedürfnisse wie Nahrung, Unterkunft, medizinische Versorgung, Zugang zu orthopädietechnischer Unterstützung oder persönliche Sicherheit können nicht gedeckt werden. Aus diesem Grund hat sich die Organisation dazu entschieden, weiterhin im Land zu bleiben und die alltäglichen Bedingungen für die Schutzbedürftigsten überall dort zu verbessern, wo es an der nötigen Infrastruktur mangelt. So soll die haitianische Bevölkerung zuversichtlich in die Zukunft blicken und versuchen, die schmerzhaften Erinnerungen an das Erdbeben 2010 hinter sich zu lassen.

Unsere Projekte beinhalten zwei Schwerpunkte: 

  • Rehabilitation: Handicap International hilft dabei, den Rehabililtationssektor weiter aufzubauen, um gezielt und spezifisch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung eingehen zu können. Die Organisation betreut einheimische Partner, damit diese qualitativ hochwertige Rehabilitationsangebote für Menschen mit Behinderung anbieten können. Des Weiteren hat die Organisation international anerkannte Ausbildungsseminare für Fachkräfte der Orthopädietechnik und Physiotherapie ins Leben gerufen. 
     
  • Inklusion: Handicap International bietet Menschen mit Behinderung und deren Familien vielfältige Unterstützung an. Die Arbeit zielt darauf ab, die wirtschaftliche Situation und persönliche Sicherheit der Betroffenen zu verbessern, sowie ein barrierefreies Umfeld zu schaffen.
12 Januar 2014
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