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Handicap International weitet den humanitären Einsatz aus

Minen und andere Waffen Nothilfe
Palästinensische Gebiete

Das Team von Handicap International vor Ort hat täglich die schrecklichen Folgen der Angriffe auf die Zivilbevölkerung vor Augen und bereitet sich darauf vor, die humanitäre Intervention in den nächsten Wochen auszuweiten.

Mehr als 1000 Palästinenserinnen und Palästinenser, Dreiviertel davon aus der Zivilbevölkerung, wurden laut UN-Angaben in den letzten 3 Wochen im Gaza-Streifen getötet. Der Einsatz von explosiven Waffen im Herzen solch dicht besiedelter Stadtgebiete bedeutet eine schwere Verletzung internationalen Völkerrechts. 

Am vergangenen Mittwoch konnte Handicap International dem Krankenhaus Al-Shifa eine erste Spende orthopädischer Hilfsmittel machen. In Al-Shifa wird eine große Zahl der Verletzten behandelt, aber die Kapazitäten reichen nicht aus. Samah Abu Lamzy, der vergangene Woche die Bedürfnisse vor Ort evaluiert hat, beschreibt eine dramatische Situation: „Die Verletzten werden gleich auf dem Fußboden behandelt, die Fliesen sind voll von Blut… Die Situation war schon vor den Angriffen katastrophal, doch jetzt verschlimmert sie sich mit jedem Tag mehr.“  Weitere Hilfsmittelübergaben  sind für diese Woche vorgesehen – für das Al-Shifa Krankenhaus und so bald als möglich auch für die vertriebene Bevölkerung innerhalb des Gaza-Streifens. Um zusätzliches orthopädisches Material liefern zu können, werden wir uns außerhalb des Gazastreifens ausrüsten und Möglichkeiten suchen, Rollstühle, Gehhilfen und spezielle Matratzen, die Wundliegegeschwüren vorbeugen, in Gebiete zu schaffen, die derzeit aufgrund der Blockade der Israelischen Armee und der anhaltenden Bombardierungen unzugänglich sind.

Darüber hinaus möchten Handicap International und die Partner der Organisation mobile Rehabilitationsteams einsetzen, sobald die Sicherheitslage dies gestattet. „In nur 20 Gefechtstagen, wurden bereits mehr als 6.000 Menschen, darunter 2.000 Kinder, verletzt“, mahnt Jean-Betrand Lebrun, der Regionaldirektor von Handicap International. „Die meisten davon durch eine Explosion oder durch das Einstürzen eines Gebäudes. Den Einrichtungen, die sich ihrer annehmen, fehlt es im Angesicht des Ausmaßes der Krise an Mitteln und Möglichkeiten. In dieser Situation versuchen die Krankenhäuser vor allem erstmal, Leben zu retten und eine Erstversorgung durch zu führen. Die Verwundeten werden dann schnell wieder nach Hause geschickt, um neuen Verletzten Platz zu machen.  Rehabilitation wird daher eine wichtige Aufgabe sein, um zu verhindern, dass diesen Menschen eine langfristige Behinderung bleibt, weil sie nicht die notwendige Pflege erhalten haben, nachdem sie operiert wurden. Dann gibt es auch noch die Menschen, bei denen wir eine bleibende Behinderung nicht verhindern können und die es nun dabei zu begleiten gilt, mit ihrem neuen Leben umzugehen, damit sie sich ein Maximum an Selbstständigkeit und Wohlbefinden erhalten.“

Angesichts der Traumata, die durch die Kampfhandlungen bei der Bevölkerung verursacht wurden, möchte Handicap International außerdem Maßnahmen psychosozialer Begleitung auf die Beine stellen. „Alle in Gaza hören die Bombeneinschläge jeden Tag und jede Nacht,  ganze Viertel sind nur noch Ruinen, jeder Bewohner, jede Bewohnerin kennt direkt oder indirekt jemanden, der verletzt oder getötet wurde“, fährt Jean-Bertrand Lebrun fort. „Die psychologischen Auswirkungen auf die gesamte Bevölkerung sind sehr besorgniserregend und unsere KollegInnen vor Ort beschreiben überall um sich herum bereits Symptome von Traumata. Wir haben dies schon 2012 während der Operation „Wolkensäule“ beobachten können. Jeder militärische Konflikt, der in dieser dicht besiedelten Zone geführt wird, hat dramatische Folgen für die Bevölkerung, auch auf psychosozialer Ebene.“

Schließlich untersucht Handicap International Möglichkeiten, baldmöglichst Unfällen mit explosiven Resten der Angriffe vorzubeugen, d.h.  Blindgänger zu suchen und über die Gefahren aufzuklären.

Unsere Kooperation mit SODI

Die aktuellen Projekte werden von unserer Partnerorganisation SODI (Solidaritätsdienst International e.V.) und deren SpenderInnen und Spendern unterstützt. Auf einen Spendenaufruf von SODI an ihre StammspenderInnen konnten über 23.000 Euro für  unsere Projekte in Gaza für besonders schutzbedürftige Menschen gesammelt werden.

Handicap International sagt "Dankeschön"

29 Juli 2014
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