Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Hurrikan Matthew: „Wir haben kein Dach mehr, keine Ernte, nichts!“

Nothilfe
Haiti

Les Cayes, die Hauptstadt des Departements Sud, ist eine der am schlimmsten vom Hurrikan Matthew betroffenen Wohngegenden. Die Menschen dieser ländlichen Gegend schwanken ständig zwischen Hoffnung und Schicksalsglaube.

 

Ines hat ihren Sohn auf dem Arm. Im Hintergrund ist eine Wellblechhütte.

Ines hat nach dem Hurrikan alles verloren | © B.Almeras / Handicap International

Fonfrède ist eines der ländlichen Viertel der Stadt Les Cayes. Es erstreckt sich entlang des Flusstals der Ravine du Sud, dem größten Fluss der Region. So war es dem Hurrikan Matthew besonders schwer ausgesetzt, der vor einer Woche durch die Stadt fegte. Die Landschaft ist schwer von der Katastrophe gekennzeichnet worden. Entwurzelte Bäume, überschwemmte Felder und eingerissene Dächer zeugen von der Gewalt der Elemente, die über das Viertel hereingebrochen sind.

Nun versucht die Bevölkerung, wieder ein einigermaßen normales Leben aufzunehmen. An den Hausdächern schuften die jungen Leute, um neue Blechdächer anzubringen. Draußen spielen die Kinder miteinander, nachdem ihr Schultag beendet ist.

Eine unsichere Zukunft

Inès Virgile ist 32 Jahre alt. Sie wohnt schon immer in Fonfrède, wo sie als Mutter von fünf Kindern eine Horrornacht durchstehen musste, als der Hurrikan alles zerstörte. Davon zeugt auch der Baum, der auf das Hausdach gestürzt ist. Die Mutter erzählt uns mit zu Bodem gerichteten Blick von besagter Nacht:

„Da waren diese starken Windböen und der Regen…so etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich dachte, dass unsere Stunde gekommen wäre, dass das das Ende wäre. Wir wussten nicht, wo wir Schutz suchen sollten, also blieben wir bei uns zu Hause. Als das Hausdach über uns einbrach, mussten wir bei einem Nachbarn Zuflucht suchen. Doch wir konnten nicht bleiben, es ist einfach zu kompliziert mit fünf Kindern. Wir wollten unseren Nachbarn nicht zur Last fallen. Jetzt sind wir zurück. Wir haben kein Dach mehr über dem Kopf, keine Ernte, nichts.“

Während sie ihre Geschichte erzählt, schließt Ines ihr jüngstes Kind noch enger in die Arme. Für sie und für weitere Bewohnende von Fonfrède ist der Hurrikan nach wie vor in den Köpfen geblieben… und die Zukunft schien noch nie so unsicher wie heute.

12 Oktober 2016
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Tausende Verletzte nach schweren Erdbeben im türkisch/syrischen Grenzgebiet
© Muhammed Said / ANADOLU AGENCY / AFP
Nothilfe

Tausende Verletzte nach schweren Erdbeben im türkisch/syrischen Grenzgebiet

Am 6. Februar 2023 erschütterten verheerende Erdbeben der Stärke 7,9 und 7,5 die türkisch-syrische Grenzregion. Unsere Teams, die in der Region bereits humanitäre Hilfe leisten, konzentrieren sich vor allem auf die Hilfe für Verletzte und Menschen mit Behinderung. Es gibt tausende Schwerverletzte und unzählige traumatisierte Menschen, die dringend Unterstützung benötigen.

Situation von Menschen mit Behinderung in der Ukraine besonders schwierig.
© Tom Nicholson/HI
Nothilfe

Situation von Menschen mit Behinderung in der Ukraine besonders schwierig.

Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Handicap International (HI) ist die Situation von Menschen mit Behinderung in der Ukraine besonders bedrohlich. Ihre Versorgung ist stark eingeschränkt. Viele haben keinen Zugang zu humanitärer Hilfe und die Evakuierung vor Bombenangriffen ist schwierig. Bombardierungen führen zudem zu komplexen Verletzungen. Viele Kliniken sind völlig überlaufen.

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser
© Development Tales Media / HI
Nothilfe

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser

Millionen Menschen leiden in Pakistan unter den Überflutungen. Rund eine Million Häuser wurde zerstört oder beschädigt, Felder sind überflutet, unzählige Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Brücken wurden verwüstet, tausende Kilometer Straßen überspült. Vor allem für Menschen mit Behinderung, Ältere und Schwangere ist es besonders schwierig, Nothilfe-Stationen zu erreichen.