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Irak: „Handicap International verbessert den Alltag der besonders Schutzbedürftigen“

Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie
Irak

Sliwa ist 65 Jahre alt. Seit vier Jahren leidet er an Arthrose an Rücken und Knien. Mit einem Rollstuhl und einen Gehstock half ihm Handicap International, sich wieder fortzubewegen.

Sliwa blickt überlegen von oben herab in die Kamera

Seit vier Jahren leidet Sliwa an Arthrose an Rücken und Knien | © Sarah Pierre / Handicap International

Vergangenen August floh Sliwa mit seiner Frau und seinen vier Kindern aus ihrer Heimatstadt, um Zuflucht in Arbil zu finden – zuerst in einer Kirche, später in einem Einkaufszentrum. In der Kirche wurden Sliwa und seine Familie täglich mit Lebensmitteln unterstützt. Ihre Unterbringung in einem Zelt unter vielen anderen Familien ließ ihnen jedoch wenig Privatsphäre.

Seit einigen Wochen lebt Sliwas Familie in dem im Bau befindlichen Einkaufszentrum, wo mithilfe von vorgefertigten Paneelen Räume für jede einzelne Familie geschaffen wurden. Hier muss die Familie für ihre Ernährung auf Ersparnisse zurückgreifen. Um Sliwa bei der Fortbewegung zu helfen, gab Handicap International ihm einen Gehstock und einen Rollstuhl. Der ehemalige Arbeiter kann sich nun leichter durch den Wohnraum der Familie und durch die erste Etage bewegen, wo seine Familie eine Unterkunft angeboten bekam. Trotz der zusätzlichen Privatsphäre bleiben die Lebensumstände aber eine Herausforderung. Besonders für Sliwa, der nicht dahin gehen kann, wo er will: „Wir sind im ersten Stock und der einzige Weg nach draußen führt über Treppen. Daher verlasse ich so gut wie nie das Gebäude. Dafür kann ich mich mit meinem Stock leichter durch unsere Unterkunft bewegen. Und mit dem Rollstuhl besuche ich täglich meine Kinder und Freunde auf derselben Etage. Mein Alltag ist viel, viel besser geworden.“

Bis heute sind mehr als 1,8 Mio. Iraker vor den Gefechten in ihrem Land geflüchtet.  Handicap International leitete im vergangenen Juni in den Gouvernements Arbil und Dahuk Notfallmaßnahmen ein und wird die Aktivitäten in den nächsten Wochen ausweiten, um den schwächsten unter ihnen zu helfen – Menschen mit Behinderung, Senioren und chronisch Erkrankte. Die Teams der Organisation intervenieren in Flüchtlingslagern und -vierteln sowie an öffentlichen Orten wie im Bau befindlichen Gebäuden, Schulen und Kirchen.

23 Oktober 2014
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