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Landminen-Unfall: Durch HI bekam Khaled sein Leben zurück

Rehabilitation und Orthopädie
Jemen

Im Jemen leben viele Familien von der Landwirtschaft. Sie bestellen ihre Felder, halten Tiere und ernähren sich von dem, was das Land hergibt. Doch dort, wo Landminen im Boden verborgen liegen, kann ein einziger Schritt ein ganzes Leben verändern. So erging es auch Khaled.

Khaled bekommt seine neue Prothese angepasst.

Khaled bekommt seine neue Prothese angepasst. | © Saja for Advertisements / HI

Ein Augenblick veränderte alles

Khaled Al-Nashef ist 42 Jahre alt und lebt mit seiner Familie im Dorf Faradh Nihm am Rand der Hauptstadt Sana'a. Als Bauer bewirtschaftet er seine Felder und kümmert sich um seine Schafe.

Im Mai 2022 kehrte er nach Hause zurück, um seine Tiere auf die Weide zu bringen. Seine dreijährige Tochter stand an der Haustür. Plötzlich lief sie los, direkt in ein vermintes Gebiet. Khaled bekam Panik und rannte ihr ohne zu zögern hinterher.

Plötzlich erschütterte eine ohrenbetäubende Explosion die Stille. Alles wurde schwarz. Er hörte nur noch die Schreie seiner Frau und das Weinen seiner Kinder.

Jemen: Das Leben danach

Als Khaled wieder zu sich kam, konnte er nicht mehr aufstehen. Sein linkes Bein war zerfetzt. Er war auf eine Landmine getreten.

Ein Nachbar brachte ihn sofort in einem Pick-up zum Militärkrankenhaus. Dort wurde ihm jedoch die Behandlung verweigert, weil er kein Soldat war. Erst im Saudi German Hospital konnte er medizinisch versorgt werden. Die Menschen aus seinem Dorf hatten extra Geld für seine Behandlung gesammelt.

Die Ärzte versuchten alles, um sein Bein zu retten. Doch vergebens. Drei Tage später musste sein linkes Bein unterhalb des Knies amputiert werden.

Verlust der Selbstständigkeit

Mit der Amputation wurde das Leben beschwerlich. Khaled konnte sich mit Krücken kaum fortbewegen. Jeder Schritt verursachte starke Schmerzen, seine Arme ermüdeten schnell. Selbst alltägliche Dinge wie der Gang zur Toilette wurden zur Belastung.

Das hügelige Gelände seines Dorfes machte jede Bewegung noch schwieriger. Seine Felder konnte er nicht mehr bewirtschaften und musste mit ansehen, wie sie nach und nach verkümmerten. Die meisten seiner Schafe wurden durch Landminen getötet. Nur drei Tiere blieben übrig. Am schwersten wog jedoch eine andere Sorge: Wie sollte er seine Kinder ernähren?

Neue Hoffnung dank Prothese

Im vergangenen Jahr nahm Khaled an einer Aufklärungsveranstaltung von Handicap International über die Gefahren von Landminen teil. Das Team kannte seine Geschichte und vermittelte ihn an die Physiotherapie des Al-Kuwait-Krankenhauses.

Dort erhielt er neue Krücken, einen Toilettenstuhl und Unterstützung bei den Fahrtkosten, damit er die notwendigen Behandlungen wahrnehmen konnte. Als er körperlich bereit war, wurde er in ein Rehabilitationszentrum überwiesen.

„Nachdem ich meine Prothese erhalten hatte, fühlte ich mich, als wäre ich zu meinem alten Ich zurückgekehrt. Ich konnte wieder auf mein Land gehen und dort arbeiten und jetzt blüht es wieder auf.“

Ein neues Leben in Würde

Mit der Prothese fand Khaled langsam in einen Alltag zurück. Die Schmerzen in seinen Armen ließen nach. Der Toilettenstuhl gab ihm ein Stück Selbstständigkeit und Würde zurück. Vor allem aber gewann er neue Hoffnung.

Heute blickt Khaled voller Dankbarkeit auf diese Unterstützung zurück:

„Als das Team von Handicap International zum ersten Mal meine Daten aufnahm, hätte ich nie gedacht, dass ich eine solche Unterstützung erhalten würde. Drei Jahre des Leidens wurden in nur einem Monat ausgelöscht. Die Hilfe hat mich wirklich wieder zum Leben erweckt und mich daran erinnert, dass ich ein Mensch mit Würde und Wert bin.“

6 August 2026
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