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Luftangriffe töten Zivilisten

Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit
Irak Syrien

Laut dem neuesten Bericht der Organisation Action On Armed Violence (AOAV) wurden von Januar bis November 2017 insgesamt 15.399 Zivilisten durch explosive Waffen getötet. Dies stellt eine Steigerung von 42 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2016 dar. Der hohe Anstieg ist hauptsächlich auf vermehrte und massive Luftangriffe zurückzuführen.

Der Physiotherapeut Mohammad macht Übungen mit dem 13-jährigen Abdallah.

Mohammad, Physiotherapeut von HI, bei seinen Übungen mit Abdallah, 13, aus Westmossul. Sein Bein war bei einer Raketenexplosion gebrochen worden. | © William Daniels/HI

Die zivile Bevölkerung leidet am stärksten unter den Explosivwaffen, die oft in Luftangriffen auf bewohnte Gebiete zum Einsatz kommen. Von den 15.399 zivilen Todesfällen durch explosive Waffen waren 58 Prozent von Luftangriffen verursacht. Besonders betroffen sind die Menschen in Syrien, im Irak und im Jemen. Die zivilen Todesfälle durch Luftangriffe sind 2017 um 82 Prozent gestiegen (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2016). Rund 70 Prozent der Angriffe wurden in bewohnten Gebieten verübt.
Luftangriffe werden fast immer von Koalitionen und Armeen ausgeführt, die zu staatlichen Akteuren gehören. Zum ersten Mal seit dem Beginn der Berichterstattung durch AOAV im Jahr 2011 sind Staaten für die Mehrheit der zivilen Todesfälle verantwortlich.
„Die meisten Konflikte werden heutzutage in städtischen Gebieten ausgetragen. Deshalb müssen Staaten endlich die humanitären Probleme begreifen, die durch den Einsatz von explosiven Waffen in Wohngebieten verursacht werden. Dazu zählen zum Beispiel schwere und zu Behinderung führende Verletzungen, schwere psychologische Traumata, die Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, die Zerstörung von Infrastrukturen wie Krankenhäuser, Häfen, Brücken etc. und der Verlust des sozialen und ökonomischen Gefüges einer Gesellschaft. Sie müssen handeln, damit diese Praxis ein Ende nimmt. Sie hat zu verheerenden Folgen für die lokalen Bevölkerungen geführt“, sagt Anne Héry, Leiterin der Advocacy bei HI.Mohammad mach Übungen mit einem 13-jährigen Bombenopfer

Forderung einer politischen Erklärung


Als Mitglied des Internationalen Netzwerks gegen Explosivwaffen (INEW) ruft HI alle Staaten dazu auf, dem Einsatz von explosiven Waffen in Wohngebieten sofort ein Ende zu setzen und internationale Initiativen mit diesem Ziel zu unterstützen. Weiterhin ruft HI die Öffentlichkeit dazu auf, eine Petition zu unterzeichnen, die Staaten mobilisieren will und zum Handeln gegen diese Verbrechen auffordert.
92 Prozent der Opfer von explosiven Waffen in bewohnten Gebieten sind Zivilisten. Das ist in aktuellen Konflikten zu gängiger Praxis geworden. Werden explosive Waffen in Wohngebieten verwendet, töten sie, verursachen Leid und schwere Verletzungen. Darüber hinaus führen sie zur Entstehung von schweren Behinderungen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Außerdem führt der Einsatz solcher Waffen zur Vertreibung vieler Menschen und zerstört wichtige Infrastruktur wie Häuser, Schulen und Krankenhäuser.
Ein Teil der Waffen explodiert während eines Angriffs nicht und bleibt als Blindgänger liegen. Das verursacht eine permanente Gefahr für die Zivilbevölkerung – noch lange, nachdem ein Konflikt vorbei ist. Vorhandene explosive Kriegsreste stellen eine große Bedrohung für die Menschen dar, die nach dem Ende eines Angriffs oder Konflikts in ihre Heimat zurückkehren.

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