Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Syrien

Die Teams von Handicap International versorgen die Opfer des syrischen Konflikts in den Nachbarländern und unterstützen sie mit Hilfsmitteln und finanzieller Hilfe.

Ein HI-Mitarbeiter verteilt Hilfsgüter an Bedürftige.

Ein HI-Mitarbeiter verteilt Hilfsgüter an Bedürftige. | © Layla Aerts / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Fünf Jahre blutiger Bürgerkrieg in Syrien haben mehr als 6,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes zur Flucht gezwungen. Dabei wurden bereits mehr als 200.000 Menschen getötet. Diese Zahl erhöht sich ständig weiter. Mehr als 13,5 Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen (Quelle: OCHA ).

Die Zivilbevölkerung Syriens leidet unter der unvorstellbaren bewaffneten Gewalt. Täglich versorgen wir neue geflüchtete Opfer von Schussverletzungen oder Explosionen und unterstützen amputierte Menschen und all diejenigen, bei denen körperliche Verletzungen zu einer dauerhaften Behinderung führen.

Die Nachbarländer haben bereits fast fünf Millionen Geflüchtete aufgenommen. Wir engagieren uns in Jordanien, im Irak und im Libanon, wo mehr als zwei Millionen Menschen Zuflucht gefunden haben. 500 Fachkräfte von Handicap International kümmern sich um Verwundete und Menschen mit Behinderung. Sie unterstützen die besonders schutzbedürftigen Geflüchteten, die keinen, oder nur erschwerten Zugang zu humanitären Hilfeleistungen haben. 

Ende 2016 haben bereits mehr als 800.000 Menschen von unserem Einsatz in der Syrienkrise profitiert.

Neues aus den Projekten

Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland: die Geschichte von Nujeen Mustafa
©Jacob Maria Kohl/HI
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Im Rollstuhl von Aleppo nach Deutschland: die Geschichte von Nujeen Mustafa

Als Nujeen 16 Jahre alt ist, bricht in Syrien der Krieg aus. Bei den ersten Angriffen auf Aleppo kann sich das Mädchen nicht wie alle anderen in den Schutzkeller retten, weil sie im Rollstuhl sitzt und im fünften Stock eines Wohnhauses ohne Aufzug lebt. Seit ihrer gefährlichen Flucht nach Deutschland setzt sie sich für Geflüchtete und gegen Bomben auf Wohngebiete ein.

Syrien: Jeder zweite Mensch durch Blindgänger gefährdet
© A. Rodgers
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Syrien: Jeder zweite Mensch durch Blindgänger gefährdet

Nach elf Jahren Krieg und intensivem Einsatz von Explosivwaffen sind in Syrien bis zu 300.000 Sprengkörper nicht detoniert. Jeder zweite Mensch in dem Land ist durch Blindgänger gefährdet. Das sind über 10 Millionen Menschen. So lauten die Ergebnisse einer Studie, die Handicap International in Zusammenarbeit mit „Syria Mine Action Area of Responsibility“ erstellt hat.

11 Jahre Syrien-Krieg
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11 Jahre Syrien-Krieg

Die Entminung und der Wiederaufbau Syriens wird Generationen in Anspruch nehmen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist immens und der Zugang zu den Bedürftigen eine große Herausforderung. Dieses Fazit zieht die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) elf Jahre nach dem Ausbruch des Konflikts.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Syrien

Die syrische Zivilbevölkerung leidet massiv unter den Kämpfen zwischen den Konfliktparteien, die das internationale humanitäre Recht nicht respektieren.

Hervorgegangen aus einer Protestbewegung vom März 2011 gegen die Regierung, die von den syrischen Streitkräften mit Gewalt unterdrückt wurde, hat sich der bewaffnete Konflikt nach und nach zu einem Bürgerkrieg entwickelt. Die Konfrontationen, die Bombardierungen und Massaker, die Syrien zerreißen, rufen heute eine beispiellose humanitäre Krise hervor.

Mehrere Millionen Menschen sitzen in den Kampfgebieten fest. Sie sind im Kreuzfeuer der Konfliktparteien oder dienen den Kriegführenden oft sogar direkt als Ziele. Tagtäglich verhöhnt der andauernde Konflikt die Menschenrechte. Oft erhalten die Menschen keine Nahrung und kein Wasser, es gibt kaum medizinische Versorgung und sie sind der Gewalt vollkommen ausgeliefert. Die Hälfte von ihnen sind Kinder, die besonders im Winter von Hunger und Krankheiten bedroht sind. Bei unversorgten Verletzungen besteht die Gefahr, dass sie sich zu dauerhaften Behinderungen entwickeln. Die Betroffenen müssen daher unverzüglich Pflege- und Hilfeleistungen in Anspruch nehmen können – doch genau an diesen mangelt es.

Einsatz weltweit: