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Mossul: Die Anzahl der Vertriebenen hat sich innerhalb einer Woche verdoppelt

Nothilfe
Irak

Einen Monat nach Beginn der Offensive auf Mossul (Irak) wurden bereits über 55.000 Menschen vertrieben. Die Teams von Handicap International engagieren sich seit dieser Woche in den Flüchtlingslagern und Gemeinden, in denen die Vertriebenen Zuflucht suchen.

Szene aus dem Camp Khazer. Ein Junge spielt auf einer sandigen Straße. Im Hintegrund sind Zelte.

Camp-Khazar - hier leben 15.000 Menschen | © E. Fourt / Handicap International

Die Anzahl der vertriebenen Menschen hat sich innerhalb der letzten Woche verdoppelt, und die Bedarfe derjenigen, die vor den Kämpfen geflohen sind, wachsen immer weiter an.
Fanny Mraz, Leiterin der Projekte von Handicap International im Irak

Vor ein paar Tagen besuchte Fanny gemeinsam mit anderen Mitarbeitenden von Handicap International einige Flüchtlingscamps und Aufnahmegemeinden. Eines von ihnen war das Camp Jad’ah, in dem nahezu 6.500 Menschen leben.

„Wir haben viele Rollstühle vor den Zelten stehen sehen. Laut dem Campmanager leiden viele Menschen unter einer Verletzung oder Behinderung“, sagt Fanny Mraz. „Wir machen uns Sorgen um den Gesundheitszustand der Leute in dieser Gegend. Seit über einem Monat hängt eine schwarze Rauchwolke über dem Camp. Niemand war bisher in der Lage, die brennenden Erdölquellen zu löschen, die von den Gruppen des Islamischen Staats angezündet wurden, bevor sie sich aus Qayyarah zurückzogen. Das liegt nur ein paar Kilometer entfernt. Außerdem ist die Gegend schwer zu erreichen und hat bisher nicht genug humanitäre Hilfe erhalten.“

Fanny Mraz besuchte ebenfalls das neue Lager für Vertriebene in Hasansham, wo 10.000 Menschen untergebracht sind, und das jetzt voll ist. Fast 15.000 Menschen wurden dem benachbarten Lager Khazer zugewiesen, das bis zu 36.000 Leute aufnehmen kann. „Diese Camps sind schon jetzt riesengroß und werden immer weiter wachsen“, berichtet Fanny. „Die humanitären Akteure konnten bisher ganz gut mit der anfänglichen Welle der Geflüchteten umgehen, doch die Anzahl der Leute, die fliehen, ist in den letzten Wochen nach oben geschossen. Jetzt stehen wir vor einem Versorgungsmangel.“

Ab nächster Woche werden über zehn Teams von Handicap International in den Camps Unterstützung anbieten. Für Menschen mit Behinderung und mit Verletzungen wird Physiotherapie organisiert, gemeinsam mit psychosozialer Unterstützung. Aufklärungsteams werden vertriebene Menschen über die Gefahren von Landminen und improvisierten Sprengkörpern in den umliegenden Gebieten und an ihren Herkunftsorten aufklären.

16 November 2016
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