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Nepal: 3 Jahre nach dem Erdbeben

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Nepal

Über 8.000 Tote und 22.000 Verletzte – so sieht die traurige Bilanz des Erdbebens aus, das am 25. April 2015 Nepal erschütterte. Da Handicap International (HI) bereits vor Ort war, konnten die Teams unmittelbar mit der Nothilfe für die Betroffenen starten und über 15.000 Menschen unterstützen. Heute, 3 Jahre später, laufen unsere Hilfsprogramme weiter. Erfahren Sie hier mehr zu den bewegenden Geschichten von Ramesh, Nirmala und Khendo.

Nirmala und Khendo sind auch drei Jahre nach dem Erdbaben noch unzertrennliche Freundinnen

Nirmala und Khendo sind auch drei Jahre nach dem Erdbaben noch unzertrennliche Freundinnen | © Elise Cartuyvels/HI

Viele Menschen haben Schreckliches erlebt, wurden verletzt oder mussten ihr Leben lassen. HI hat tausende Menschen unterstützt, die unter den Folgen des Erdbebens leiden. Unsere Teams haben über 34.000 Physiotherapiestunden und Sitzungen mit psychologischer Hilfe für mehr als 15.000 Menschen durchgeführt und 6.300 Prothesen, Orthesen etc. an Verletzte gespendet. Drei Schicksale haben uns besonders bewegt.

Verblüffender Ramesh: Erdbebenopfer mit 22 Sportmedaillen

Ramesh war unter Trümmern begraben. Schwer verletzt, musst ihm anschließend beide Beine amputiert werden. Nachdem er mit Unterstützung von HI Reha und Prothesen erhalten hatte, kann er heute wieder selbstständig leben und trainiert für die Paralympischen Spiele 2020. Ramesh stellt sich jeder Herausforderung: Krafttraining, Schwimmen, Tennis, Basketball, Tanzen und Rollstuhlrennen.

„Ich arbeitete in einem kleinen Hotel und hab gerade Feierabend gemacht, als die Erde zu beben begann und alles zusammenbrach. Zwei Leute neben mir starben. Ich war mindestens eine Stunde lang unter dem Schutt begraben, war aber bei Bewusstsein und hatte Schmerzen.“ Als Ramesh an beiden Beinen amputiert werden musste, stand er unter Schock. „Ich hatte immer geglaubt, dass ich alles tun könnte. Ich wollte etwas Gutes aus meinem Leben machen. Doch nach dem Unfall fühlte es sich so an, als wäre mein Leben vorbei.“

 

Heute hat er neuen Mut gefasst und ist in seinem Willen und Ehrgeiz nicht zu stoppen. HI begleitet ihn noch immer mit Reha.

„Dank HI kann ich jetzt wieder laufen. Ich habe den Sport für mich entdeckt. Es ist wie eine Therapie und hilft mir, mich nicht in Gedanken zu verlieren. Ich trainiere 90 Minuten jeden Morgen vor der Schule und gehe nachmittags schwimmen. An den Wochenenden spiele ich Tennis und Basketball. Mir wurde gesagt, dass ich nicht tanzen könne, also nahm ich Unterricht und gewann den Tanzwettbewerb für ‚Idole mit Behinderung‘. Ich habe schon 22 Medaillen gewonnen! Mein neues Ziel ist es, an den Paralympics 2020 teilzunehmen.“

Ramesh treibt mehr als 20 Stunden Sport pro Woche. Er kämpft mit einem eisernen Willen und verblüffendem Mut für seine Ziele.

Nirmala und Khendo: Immer noch unzertrennlich

Nirmala und Khendo ereilte dasselbe Schicksal: Sie wurden unter Trümmern begraben. Im Krankenhaus, wo beiden ein Bein amputiert wurde, lernten sie sich kennen. Gemeinsam mit den Physiotherapeuten von HI lernten sie wieder laufen. Heute, drei Jahre danach, sind die zwei Mädchen beste Freundinnen. Ihr Traum? Wieder tanzen können.

„Ich war zuhause mit meiner Familie, als ich merkte, dass die Erde bebte. Ich versuchte, wie die anderen wegzurennen, doch eine Mauer fiel auf mich. An mehr kann ich mich nicht erinnern. Ich wachte im Krankenhaus in Katmandu auf – ohne mein Bein. Ich hatte richtig Angst”, erzählt Nirmala, die heute 10 Jahre alt ist.

Nirmala und Khendo erhielten Prothesen und regelmäßige Physiotherapie von HI. Da sie so schnell wachsen, muss ihnen alle sechs Monate eine neue Prothese angepasst werden.

Die Mädchen hat ihr gemeinsames Schicksal zusammengeschweißt – auch nach drei Jahren sind sie noch unzertrennlich. Beide leben in Katmandu und besuchen die 4. Klasse der Internatsschule. „Wir schlafen im selben Zimmer, im selben Bett. Wenn Nirmala weint, dann weine ich auch. Wir machen alles zusammen.“

Die beiden Mädchen geben sich gegenseitig Kraft und schmieden schon fleißig Pläne für die Zukunft. Khendo mag besonders den Biologieunterricht in der Schule:

„Später will ich einmal Grundschullehrerin oder Krankenschwester werden, damit ich mich um Verletzte kümmern kann.“ Nirmala fügt mit funkelnden Augen hinzu: „Ich will einmal Schauspielerin werden und berühmt werden!“

23 April 2018
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