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Nepal: Langfristige Hilfe nach der Sturzflut

Nothilfe
Nepal

Nach den schweren Überschwemmungen in Nepal ist unser Team vor Ort und unterstützt Menschen, die alles verloren haben, vor allem Verletzte, Menschen mit Behinderungen und Kinder. Im Mittelpunkt stehen dringende Reha-Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung für die unzähligen traumatisierten Menschen. Zudem konnten wir bereits Rollstühle und Krücken an die Bedürftigsten verteilen.

Saniya Karki, Mitarbeiterin für psychische Gesundheit, hört den schwer traumatisierten Menschen zu.

Saniya Karki, Mitarbeiterin für psychische Gesundheit, hört den schwer traumatisierten Menschen zu. | © HI

Eine Katastrophe mit schweren Folgen

Die Überschwemmungen Ende August haben mehrere Distrikte im Norden Nepals schwer getroffen, darunter Rasuwa und Nuwakot. Zwischen 93.000 und 1,6 Millionen Menschen waren betroffen, mehr als 1.300 Menschen kamen ums Leben. Fast 4.900 Menschen werden noch vermisst.

Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und leben nun in provisorischen Unterkünften. Zerstörte Straßen und Brücken erschweren die humanitäre Hilfe. Besonders im Distrikt Rasuwa sind ganze Gemeinden weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Für Menschen mit Behinderungen ist die Situation besonders schwierig: Viele haben kaum Zugang zur Versorgung.

Rehabilitation für Verletzte und Menschen mit Behinderungen

Verletzte Menschen benötigen schnell medizinische Hilfe, um Komplikationen und langfristige Behinderungen zu verhindern. Handicap International ist mit einem derzeit zehnköpfigen Team in der Region Nuwakot im Einsatz. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützen wir in Krankenhäusern und 18 Notunterkünften mit Reha-Leistungen. Dazu gehören individuelle Untersuchungen, Physiotherapie und Ergotherapie sowie die Reparatur oder der Ersatz von Rollstühlen, Krücken und anderen Mobilitätshilfen.

„Ich traf einen Mann, der aus Flucht vor den Fluten von einem Gebäude sprang. Seine Frau verletzte sich bei der Flucht am Knie. Da sie alles verloren hatten, konnten sie sich keine medizinische Behandlung leisten. Ich untersuchte ihn: Er hatte sich beim Sprung den Unterarm gebrochen. Wir zeigten ihm, wie er seinen Arm sauber halten und richtig verbinden kann. Anschließend überwiesen wir ihn an ein Krankenhaus, damit dort eine Röntgenaufnahme gemacht und er weiter behandelt werden konnte“, erklärt Rabindra Shrestha, Rehabilitationsfachkraft.

Rollstühle per Hubschrauber

Für die Menschen im weiterhin abgeschnittenen Distrikt Rasuwa hat HI bereits rund 100 Rollstühle, Krücken und Gehstöcke per Hubschrauber an das Krankenhaus liefern lassen. Sobald der Zugang wieder möglich ist, soll dort ein Team aktiv werden.

Psychologische Unterstützung für Traumatisierte

Die seelischen Belastungen für die Betroffenen sind groß: Sie haben ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren, mussten fliehen oder warten noch immer auf vermisste Angehörige. Viele erleben Trauer, Angst und große Unsicherheit.

„Die Geschichten der Menschen zu hören, denen ich begegne, berührt mich tief. Die Menschen erzählen mir von ihrer Trauer, ihren Ängsten, ihrer Ungewissheit und ihrem Schmerz. […] Manchmal ist das Wichtigste, was wir tun können, einfach zuzuhören und den Menschen zu zeigen, dass sie nicht allein sind“, sagt Saniya Karki, Mitarbeiterin für psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung.

HI bietet Menschen in den provisorischen Unterkünften im Distrikt Nuwakot psychologische und psychosoziale Unterstützung. Vier Sozialarbeiter*innen aus den Gemeinden verstärken die Teams vor Ort.

Kinder brauchen besondere Unterstützung

Kinder sind von der Katastrophe besonders stark betroffen. Einige haben Angehörige verloren, andere leben fern von ihrem gewohnten sozialen Umfeld. Die Schließung der Schulen und das Leben in überfüllten Notunterkünften verstärken ihre Ängste und Unsicherheit. Mit Spielen und Freizeitangeboten schafft Handicap International sichere Räume, in denen Kinder spielen, sich ausdrücken und wieder ein Stück Normalität erleben können.

HI hat außerdem eine Notunterkunft in Bidur mit Spiel- und Beschäftigungsmaterial ausgestattet. Weitere Unterkünfte sollen folgen.

9 September 2026
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