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Nothilfe Nepal: HI kümmert sich um besonders gefährdete Menschen

Nothilfe
Nepal

Einige Tage nach den verheerenden Überschwemmungen in Nepal ist die Lage weiterhin dramatisch. Fast 1.000 Menschen sind ums Leben gekommen, mehr als 4.400 werden vermisst. Viele Regionen sind noch immer schwer zugänglich. Unsere Nothilfe-Teams sind vor Ort, verteilen Hygiene-Sets, kümmern sich um verletzte und behinderte Menschen und unterstützen die Traumatisierten psychologisch.

Mitarbeiter von HI im Gespräch mit betroffenen Menschen in Nepal.

Die Überlebenden der Sturzflut bekommen psychologische Unterstützung von Handicap International. | © H

Die Lage bleibt dramatisch

Die Überschwemmungen haben in Nepal eine Spur der Zerstörung hinterlassen.  In einigen Regionen gibt es noch immer keine funktionierende Telekommunikation. Obwohl viele Brücken und Straßen vollständig zerstört oder durch Trümmer und Schlammlawinen blockiert sind, ist unser Nothilfeteam vor Ort aktiv. Viele Gebiete sind nur schwer erreichbar.

Besonders betroffen ist der Distrikt Nuwakot. Unser Team besucht Gesundheitszentren und Notunterkünfte, spricht mit den Betroffenen und ermittelt, welche Unterstützung dringend benötigt wird. Dabei dürfen vor allem Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Kinder nicht vergessen werden.

„Am meisten ist mir der Anblick der Menschen in Erinnerung geblieben, die auf Listen mit den Namen vermisster Familienangehöriger blickten. Ich konnte Hoffnung und Verzweiflung in ihren Augen sehen. Ich sah Mütter, die ihre Babys trugen und auf jede erdenkliche Weise versuchten, ihre Ehemänner oder Kinder zu finden. Es war ein herzzerreißender Anblick“, erzählt Rabindra Shrestha, Reha-Spezialist für HI in Nuwakot.

Handicap International verteilt Hilfsmittel

Für die zehntausend Menschen, die durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren haben, ist die Situation äußerst prekär. Sie benötigen Notunterkünfte, sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Lebensmittel. Die hygienischen Bedingungen sind katastrophal, Krankheiten haben leichtes Spiel.

Menschen mit schweren Verletzungen werden für eine spezialisierte Behandlung nach Kathmandu gebracht. In einigen Gesundheitszentren werden jedoch auch Menschen mit leichteren Verletzungen versorgt, die anschließend Rehabilitations-Maßnahmen benötigen.

Auch Mobilitätshilfen sind dringend gefragt. HI hat bereits rund 100 Rollstühle, Krücken und weitere Mobilitätshilfen zur Verfügung gestellt.

Psychologische Unterstützung für Traumatisierte

Die Folgen einer Katastrophe sind nicht nur körperlich spürbar. Viele Menschen haben Angehörige verloren, ihre Häuser verlassen müssen oder sind weiterhin auf der Suche nach vermissten Familienmitgliedern. Das Erlebte hat sie schwer traumatisiert.

Handicap International bereitet deshalb gemeinsam mit lokalen Partnern Angebote zur psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung vor. Auch Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen sollen aufgebaut werden.

Hinter jeder Geschichte steht ein Hilferuf

Rabindra Shrestha begegnet während seines Einsatzes vielen Menschen, die durch die Überschwemmungen alles verloren haben. Ihre Geschichten zeigen, wie groß die Not hinter den Zahlen ist.

„Während unseres Besuchs in einem Krankenhaus trafen wir eine junge Mutter und ihr Kind, die kein Wort gesprochen hatten. Sie hörten einfach still zu und nahmen alles um sich herum auf. Als sie von ihrem vermissten Ehemann und Vater hörten, füllten sich ihre Augen mit Tränen, schwer von stillem Schmerz und tiefem Kummer. Jeder Mensch, der von den Überschwemmungen betroffen ist, hat eine Geschichte, und hinter jeder Geschichte steht eine Familie, die um Hilfe ruft.“

Spenden Sie jetzt für die Opfer der Sturzflut, die alles verloren haben.

1 September 2026
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