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Nichtregierungsorganisationen fordern verstärkte Aufnahme syrischer Flüchtlinge

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Syrien

Die Aufstockung der humanitären Hilfe allein reicht nicht mehr aus. Mindestens 5 Prozent der syrischen Flüchtlinge sollten bis Ende 2015 in Drittländern aufgenommen werden.

Ein Kind im Rollstuhl sitzt einsam in einem Flüchtlingscamp

Die Situation für die schwächsten und gefährdetsten Flüchtlinge aus Syrien wird immer dramatischer. | © Chris Huby / Handicap International

Eine Koalition von über 30 internationalen Nichtregierungsorganisationen, darunter CARE, Oxfam, Save the Children, World Vision, Amnesty International, Handicap International, Ärzte der Welt und Islamic Relief, fordert von den teilnehmenden Staaten der morgen stattfindenden Konferenz des UN-Flüchtlingshilfswerks in Genf, dass bis Ende 2015 mindestens fünf Prozent bzw. 180.000 syrischen Flüchtlingen ein sicherer Zufluchtsort gewährleistet wird.

Auf der Konferenz sollen Möglichkeiten der humanitären Aufnahme besprochen werden. Gegenwärtig hat sich die internationale Gemeinschaft zu einer Aufnahme von weniger als zwei Prozent der syrischen Flüchtlinge in Drittstaaten über einen unbestimmten Zeitraum verpflichtet. Dieses Kontingent reicht nach Einschätzung der Organisationen nicht aus.
Bis Ende dieses Jahres werden fast 3,6 Millionen Menschen in die Nachbarstaaten Syriens geflohen sein. Die Anrainerstaaten haben enorme Großzügigkeit gezeigt, doch aufgrund des Zustroms von Flüchtlingen stoßen diese Länder an die Grenzen ihrer Infrastruktur und ihrer Sozialsysteme. In der Türkei und im Libanon sind bereits jeweils über eine Million Flüchtlinge registriert. Jordanien hat 618.000 Menschen aufgenommen und der Irak, der selbst Millionen Binnenvertriebene zu verzeichnen hat, beherbergt momentan 225.000 syrische Flüchtlinge.

Die Situation für die schwächsten und gefährdetsten Flüchtlinge aus Syrien wird immer dramatischer. Einige – darunter kranke Kinder, die ohne schnelle Behandlung sterben werden – können in der Region schlicht nicht überleben. Finanzielle Hilfszusagen für humanitäre Programme alleine reichen nicht mehr aus. Die wohlhabenden Nationen dieser Welt müssen Verantwortung übernehmen und den syrischen Flüchtlingen den Schutz und die Unterstützung gewähren, den die Nachbarländer Syriens nicht mehr leisten können.

Dies ist eine der schlimmsten Flüchtlingskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg, die Millionen Menschen vor allem Frauen und Kinder, aus ihrer Heimat vertreibt. Die Regierungen, die sich am 8. Dezember in Genf treffen müssen die internationale Solidarität zeigen, die jetzt so dringend benötigt wird.

Die Organisationen fordern, dass mindestens 180.000 der schutzbedürftigsten Menschen, darunter Überlebende von Folter, Menschen mit akuten medizinischen Problemen, alleine geflohene Kinder und besonders bedrohte Frauen, Aufnahme in Drittländern erhalten. Diese wurden bereits vom UN-Flüchtlingshilfswerk identifiziert. Die Aufnahme der Schutzbedürftigsten  entlastet auch Syriens Nachbarstaaten von den kurzfristigen Kosten, die bei Behandlung, Unterstützung und Schutz dieser Menschen entstehen.

Weil es an ausreichender Unterstützung für die Versorgung von Flüchtlingen fehlt, erhöhen Syriens Nachbarländer nun vermehrt die Grenzkontrollen. Syrische Zivilisten können deshalb dem brutalen Bürgerkrieg nicht mehr entkommen. Wohlhabende Staaten müssen ihre Beiträge erhöhen und gleichzeitig die Nachbarländer Syriens stärker unterstützen, damit die Grenzen offen bleiben. Keine Grenze gemeinsame Grenze mit Syrien befreit nicht von der Verantwortung

Die Koalition um CARE, Oxfam, Save the Children, World Vision, Amnesty International, Handicap International, Ärzte der Welt und Islamic Relief fordert zudem die Golfstaaten und Länder in Lateinamerika, die sich bislang nicht an der Aufnahme von Flüchtlingen beteiligt haben, dazu auf, sich nun den Aufnahmeprogrammen anzuschließen. Zudem gebe es viele zusätzliche, innovative Wege der Flüchtlingshilfe, zum Beispiel Studienplätze an Universitäten sowie Arbeitserlaubnisse. Bei allen Maßnahmen müsse der Schutz in Übereinstimmung mit der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 aufrechterhalten werden.

9 Dezember 2014
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