Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Rashid kann wieder laufen

Nothilfe
Demokratische Republik Kongo Kenia

Rashids Familie musste 2018 aus dem Kongo fliehen und lebt seither im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia. Der Junge konnte schon als Kleinkind nicht richtig laufen, da seine Knie verformt waren. Er hatte keine Freunde und wurde oftmals von anderen Kindern gehänselt. 2021 wurde Rashid operiert und bekommt nun regelmäßig Physiotherapie. Er ist einer von 15.000 Geflüchteten in Kakuma, die HI betreut.

Rashid und seine Mutter Julienne im Lager Kakuma in Kenia im April 2022

Rashid und seine Mutter Julienne im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia im April 2022 | © HI

Noch im Kongo, in der Region Kivu, stellte Rashids Mutter Julienne fest, dass ihr Sohn mit seinen eineinhalb Jahren Schwierigkeiten beim Gehen hatte. Sie wusste nicht, woran das lag:

"Ich bemerkte, dass Rashid ein Problem hatte, als er zu laufen begann. Er lief nicht wie die anderen Kinder“, berichtet Julienne. Als die Familie vor der Gewalt im Nordosten des Kongo Zuflucht in Kakuma suchte, machten sich die anderen Kinder über Rashid lustig. Er durfte nicht mit ihnen spielen und fühlte sich ausgeschlossen.

Bald stellte das HI-Rehabilitationsteam im Lager Kakuma fest, dass Rashid eine Deformierung der Knie hat. Im September 2021 wurde der Junge im Kakuma Mission Hospital, das mit HI zusammenarbeitet, zunächst an einem seiner Beine operiert. Ziel der Operation war es, die fächerförmige Verformung seiner Knie zu korrigieren. Die Operation war erfolgreich, so dass auch das andere Bein operiert werden konnte. Nach mehreren Monaten mit eingegipsten Beinen kann Rashid heute ohne Probleme gehen. Er macht regelmäßig Übungen, um seine Muskeln zu stärken und beweglich zu bleiben.

Rashid ist zurück in der Shambela Grundschule und hat inzwischen viele Freunde gefunden.

"Ich bin sehr froh, dass ich laufen kann, ohne dass sich die anderen Kinder über mich lustig machen.“

Flüchtlingslager Kakuma

Das Flüchtlingslager Kakuma befindet sich im Bezirk Turkana im Nordwesten Kenias und wurde 1992 eingerichtet. Es beherbergt über 200.000 Flüchtlinge aus 13 verschiedenen Ländern. Über 40 % der Geflüchteten sind aus dem Südsudan und über 30 % aus Somalia.

HI unterstützt über 15.000 Menschen im Lager Kakuma. Schwerpunkte unserer Teams sind Rehabilitationsmaßnahmen, psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung. Außerdem führen wir ein Kinderschutzprogramm durch, da Kakuma eine hohe Kriminalitätsrate hat.

Jedes Jahr am 20. Juni macht das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) auf die Millionen Geflüchteten und Binnenvertriebene aufmerksam. Durch den Krieg in der Ukraine sind diese Zahlen erneut gestiegen. Zur Jahresmitte 2022 schätzt das UNHCR die Zahl der Geflüchteten weltweit bereits auf mehr als 100 Millionen.

 

20 Juni 2022
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