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Statement zur anhaltenden Blockade im Jemen: „Millionen Menschen droht Hunger und Tod“

Nothilfe Öffentlichkeitsarbeit Politische Kampagnenarbeit

Bonn/Berlin/Sana’a, 17. November 2017. Eine Koalition von Hilfsorganisationen im Jemen klagt die anhaltende Blockade von überlebenswichtigen humanitären und kommerziellen Lieferungen durch die von Saudi Arabien geführte Koalition an. Neben Handicap International zählen CARE, Save the Children, ADRA und Aktion gegen den Hunger zu den Unterzeichnern des Aufrufs. Die Hilfsorganisationen fordern eine sofortige Aufhebung der Blockade.

Junge im Norden Jemens durch Kämpfe querschnittsgelähmt

Physiotherapie von Handicap International für einen gelähmten Jungen, der bei Kämpfen im Norden Jemens verletzt wurde | © Camille Gillardeau / Handicap International

Seit nunmehr elf Tagen verhindert die Blockade fast aller jemenitischen Seehäfen, Flughäfen und Landübergänge die Einfuhr von Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und Vorräten. Millionen von Menschen drohen damit verstärkt Krankheiten, Hunger und Tod. Die Wiedereröffnung der See- und Flughäfen von Aden ist zwar eine positive Entwicklung, allerdings wird es den Hilfsorganisationen dadurch nicht möglich sein, die Bedürfnisse im gesamten Land zu decken.

Die anhaltende Behinderung der Einfuhr von Hilfsgütern, die die von Saudi Arabien geführte Koalition durchführt, ist eine Maßnahme, deren Konsequenz nicht weniger als eine kollektive Bestrafung von Millionen von Menschen im Jemen darstellen könnte.

Die derzeitige Blockade verschärft die schlimmste humanitäre Krise der Welt, in der nach fast drei Jahren Krieg mehr als 20 Millionen Menschen Hilfe benötigen. Sieben Millionen befinden sich bereits am Rande einer Hungersnot.

Die Hilfsorganisationen im Jemen fordern die von Saudi Arabien geführte Koalition auf, unverzüglich alle jemenitischen Häfen für humanitäre und kommerzielle Fracht zu öffnen. Ohne sie sind Millionen Jemeniten von Hunger und Tod bedroht. Außerdem fordern wir, die humanitären Flüge nach Sanaa wieder aufzunehmen, damit Helfer und Hilfsgüter zügig ins Land kommen können.

Gleichzeitig fordern wir von allen Konfliktparteien die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, besonders den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bei der Durchführung von Kampfhandlungen sowie die Sicherstellung eines ungehinderten humanitären Zugangs.

Schließlich appellieren wir an alle Staaten, die Einfluss auf die Konfliktparteien haben, ihr Engagement für eine politische Lösung der Krise zu verstärken. Das Leiden des jemenitischen Volkes muss ein Ende haben.

17 November 2017
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