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Gaza: Notfalltherapien zur Vermeidung von Behinderungen dringend erforderlich

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Palästinensische Gebiete

Bei Demonstrationen am 14. und 15. Mai wurden an der Grenze zwischen Gaza und Israel rund 3.000 Menschen verletzt. Die medizinische Versorgung in Gaza ist durch die plötzliche Ankunft einer großen Zahl von Opfern völlig überlastet. HI stellt Notfall-Rehamaßnahmen bereit, um zu verhindern, dass Patienten eine dauerhafte Behinderung entwickeln.

Ein Helfer bringt ein Kind nach einem Tränengas-Angriff in Sicherheit

Ein Helfer bringt ein Kind nach einem Tränengas-Angriff in Sicherheit | © Virginie NGUYEN HOANG/Hans Lucas/AFP

In den nächsten Tagen werden HI und seine lokalen Partner zehn mobile Teams aufbauen. Zu diesen Teams gehören Rehabilitationsexpert/-innen, Psycholog/-innen und Sozialarbeiter/-innen. Sie werden Reha-Maßnahmen und psychosoziale Unterstützung für die Verwundeten und ihre Familien anbieten.

12.000 Menschen verletzt

Insgesamt wurden seit Beginn der Demonstrationen im vergangenen März rund 12.000 Menschen verletzt - davon mehr als 3.500 mit Schusswunden. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) riskieren 11 Prozent der Verletzten seit Beginn der Demonstrationen eine dauerhafte Behinderung – das sind mehr als 1.000 Menschen.

Gesundheitssystem überlastet

Das Gesundheitssystem in Gaza kann den aktuellen Bedarf nicht decken. Die Patienten müssen das Krankenhaus fast sofort - in der Regel nach drei Tagen - verlassen, um Betten für andere Patienten freizugeben, was den Zugang zur notwendigen Nachsorge erschwert. Ohne Behandlung oder Rehabilitation kann ein Patient Infektionen oder Komplikationen entwickeln, die zu einer dauerhaften Behinderung führen können.

„Die derzeitige Blockade im Gazastreifen verhindert, dass medizinisches Material in das Gebiet gelangt. Das Gesundheitspersonal arbeitet am Limit. Aufgrund der Zustände in der Gesundheitsversorgung werden viele der Verletzten ohne angemessene Nachsorge aus dem Krankenhaus entlassen. Ohne eine angemessene Behandlung erhöhen sich die Risiken von Komplikationen und bleibender Behinderungen", erklärt Bruno Leclercq, Projektleiter von HI in der Region.

17 Mai 2018
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