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© M. Monier / HI
Dank Physiotherapie von HI lernt dieser kleine Junge aus Cox´s Bazar laufen - doch auch Reha-Zentren in Bangladesch leiden unter den Kürzungen.
Hilfsgelder gekürzt:
Verzweiflung wächst
Die drastischen Kürzungen internationaler Hilfsgelder für die humanitäre Hilfe bedrohen unsere lebenswichtige Arbeit in Reha-Zentren, bei der Minenräumung und in der Flüchtlingshilfe weltweit.
Nicht nur die US-Regierung hat Anfang des Jahres 2025 die internationale humanitäre Hilfe fast gänzlich eingestellt. Auch andere Regierungen kürzen internationale Hilfsgelder zunehmend und drastisch. Zwischen 2024 und 2026 ist das Budget von Handicap International um etwa 25 % gesunken. Diese Kürzung bringt Menschen mit Behinderungen in eine unhaltbare Situation und zwingt humanitäre Helfer*innen zu unmenschlichen Entscheidungen. Unsere Arbeit in Reha-Zentren, bei der Minenräumung oder in der Flüchtlingshilfe wird dadurch eingeschränkt!
„Geld wird gekürzt, aber der Bedarf steigt.“
„Viele Geberländer – angeführt von den USA – haben ihre Beiträge zur humanitären Hilfe drastisch gekürzt, während der Bedarf weiter steigt. Internationale Hilfe ist für Menschen mit Behinderungen, die oft zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehören, überlebenswichtig“, sagt Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von HI Deutschland. „Die Kürzungen verschärfen Ungleichheit und Ausgrenzung massiv. Millionen Menschen drohen jegliche Unterstützung zu verlieren.“
Eine düstere Perspektive für Menschen mit Behinderung weltweit.
© I. Rugenge / HI
Nepal: Wie soll es weitergehen?
Priti hat Zerebralparese durch Komplikationen bei der Geburt. Durch die Unterstützung von HI hat sie die letzten Jahre enorme körperliche Fortschritte gemacht. Doch nun wurden die Fördermittel für Reha in Nepal um 40% gekürzt.
3.200 Menschen mit Behinderung - darunter viele Kinder wie Priti - erhalten keine Unterstützung mehr.
Zahlreiche Projekte werden beendet
Von den Kürzungen sind dutzende Projekte von Handicap International weltweit betroffen. Drei Beispiele:
- Kenia: In den Flüchtlingslagern Dadaab und Kakuma musste HI die Zahl unterstützter Menschen um 50 % reduzieren. Es zeichnet sich ab, dass die Projektmittel 2026 weiter drastisch sinken werden.
- Nepal: Fördermittel für Reha-, Bildungs- und Einkommensprojekte wurden seit Anfang 2025 um 40 % gekürzt. 3.200 Menschen mit Behinderungen – darunter viele Kinder – erhalten keine Unterstützung mehr.
- Laos, Kambodscha, Senegal, Irak: Budgets für humanitäre Minenräumung wurden gestrichen – eine zentrale Voraussetzung für Sicherheit und die Unterstützung für Minenopfer.
Der Bedarf an humanitärer Hilfe größer denn je
Die humanitäre Hilfe steht an einem kritischen Wendepunkt, geprägt vom Zusammenbruch der staatlichen Finanzierung und zunehmenden Einschränkungen für NGOs. Es ist unsere Verantwortung, den universellen Wert der Solidarität und die essentielle Rolle der Zivilgesellschaft stärker denn je zu betonen. Humanitäre Aktivitäten und Entwicklungszusammenarbeit fördern den Frieden in Konfliktgebieten und reduzieren Armut und Perspektivlosigkeit.
Mit etwa 1,3 Milliarden Menschen, die mit einer Form von Behinderung leben – 80 % davon in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen – ist es entscheidend, dass Entwicklungsbemühungen und humanitäre Maßnahmen inklusiv und zugänglich sind. 2025 benötigten 48 Millionen Menschen mit Behinderungen humanitäre Hilfe.
Häufig gestellte Fragen
Welche Projekte sind beispielsweise unterbrochen oder mussten eingestellt worden?
- Minenräumung in Laos, Kambodscha, Senegal und Irak
- Inklusive Bildung für Kinder mit Behinderungen in Ruanda
- Rehabilitationszentren in Bangladesch, Nepal und Vietnam
- Humanitäre Logistik in der Ukraine, Haiti und Togo
- Flüchtlingshilfe in Äthiopien, Jordanien und Thailand
Wie wird die Arbeit von Handicap International finanziert?
Das Finanzierungsmodell von HI beruht sowohl auf Spenden aus der Bevölkerung, von privaten Stiftungen und Unternehmen, als auch auf Zuschüssen von öffentlichen Gebern wie die Vereinten Nationen, die EU, das Auswärtige Amt oder den USA. Durch diese Vielfalt der Finanzierungsquellen wahrt HI ihre Unabhängigkeit. Diese Vielfalt an Finanzierungsquellen ermöglicht uns auch teilweise, manche Projektaktivitäten über andere Geber aufzufangen, aber bei weitem nicht alle.
Kürzen auch andere Regierungen die Mittel für humanitäre Hilfe?
Andere öffentliche Geber wie Frankreich, Großbritannien, Schweden oder die Niederlande kürzen die internationalen Hilfsgelder drastisch. Auch der Haushalt der Europäischen Union schrumpft: Bis 2027 wird die Kommission die Mittel, die sie den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung stellt, um 35 % kürzen.
Wie viele Menschen benötigen Hilfe?
- Im Jahr 2026 benötigten nach UN-Angaben 239 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. Nur 89 Millionen können aufgrund der Kürzungen unterstützt werden.
- Bewaffnete Konflikte finden vermehrt in bewohnten Gebieten statt, was zu mehr Opfern, mehr Verletzungen und erhöhten Gesundheitsrisiken führt (Gaza, Ukraine, Sudan, DR Kongo usw.).
- Weltweit leben etwa 1,3 Milliarden Menschen mit einer Art Behinderung, 80% davon in Kriegsregionen oder Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen. 2025 benötigten 48 Millionen Menschen mit Behinderungen humanitäre Hilfe.
Stand: März 2026