Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Kuba

In Kuba unterstützt Handicap International (HI) Gemeinden dabei, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken und sich besser auf Naturkatastrophen vorzubereiten. Gleichzeitig fördert Handicap International die aktive Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben.

Sieben Personen stehen nebeneinander in einem Raum und lächeln in die Kamera.

Menschen aus einem Inklusionsprojekt in Kuba | © HI

Laufende Aktivitäten

Kuba ist regelmäßig von humanitären Krisen betroffen und einem hohen Risiko für Naturkatastrophen ausgesetzt, insbesondere während der Hurrikansaison von Juni bis Dezember. Um gefährdete Gemeinden besser auf solche Ereignisse vorzubereiten, arbeitet Handicap International in den Provinzen Pinar del Río und Artemisa mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen an einer besseren Katastrophenvorsorge. Handicap International fördert inklusive Gesundheitsdienste und schult lokale Partner über Risiken sowie zur Vorsorge und Prävention. Dabei wird sichergestellt, dass Menschen mit Behinderungen in diese Maßnahmen einbezogen werden. Mit ihren Erfahrungen und ihrem Fachwissen tragen Menschen mit Behinderungen wiederum dazu bei, die Katastrophenvorsorge vor Ort weiter zu verbessern.

In drei Gemeinden unterstützt HI lokale Initiativen, die den Menschen dabei helfen, ihre Lebensgrundlagen nach den schweren Schäden durch den Hurrikan Ian im Jahr 2022 wieder aufzubauen und langfristig zu sichern. Dazu helfen die Teams von Handicap International beim Aufbau von Gemeinschafts- und Hausgärten in städtischen Gebieten, um die Selbstversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Außerdem bietet Handicap International Schulungen sowie Sensibilisierungsmaßnahmen zur Katastrophenvorsorge für Lehrkräfte an.

Handicap International setzt sich außerdem für mehr Inklusion von Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen in Kuba ein. Handicap International verbessert den Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten und fördert die wirtschaftliche Teilhabe, indem neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Darüber hinaus verteilen die Teams Hilfsmittel wie Gehstöcke, Rollstühle oder Pflegebetten und bieten psychosoziale Unterstützung für Menschen an, die diese benötigen. Außerdem fördert Handicap International den Sport von Menschen mit Behinderungen und Frauen, um Gleichberechtigung und soziale Inklusion zu stärken.

Handicap International fördert die Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen, insbesondere von jungen Menschen und Frauen in ländlichen Regionen. Mithilfe gezielter Qualifizierungsmaßnahmen werden sie dabei unterstützt, ihre Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben zu stärken. Hierfür arbeitet Handicap International mit Ministerien, Organisationen von Menschen mit Behinderungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen in Kuba zusammen.

  • Anzahl der Mitarbeitenden von Handicap International: 1 Person
  • Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 direkt unterstützten Begünstigten: 44.912 Menschen 
  • Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 indirekt unterstützten Begünstigten: 9.098 Menschen
  • Startdatum des Programms: 1998

Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Kuba

Kuba, ein Karibikstaat mit rund 11 Millionen Bewohner*innen, befindet sich seit mehreren Jahren in einer tiefen sozioökonomischen und humanitären Krise. Diese ist geprägt von Versorgungsengpässen, anhaltender Inflation und weitreichenden strukturellen Herausforderungen.

Mehr als zwei Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, insbesondere beim Zugang zu Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung und Energie.

Nach der Revolution von 1959 entwickelte sich Kuba zu einem sozialistischen Staat. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre geriet das Land, dessen Wirtschaft eng mit der UdSSR verflochten war, in eine langanhaltende wirtschaftliche Krise. Daraufhin wurde die kubanische Wirtschaft schrittweise breiter aufgestellt. Dennoch bleibt die sozioökonomische Lage auch im Jahr 2026 angespannt: Nach zwei Jahren wirtschaftlichen Rückgangs kommt die Erholung nur langsam voran. Ursachen sind unter anderem die Energiekrise, die 2026 erneut verschärften US-Sanktionen, der Einbruch des Tourismus und die anhaltende Währungsinstabilität. Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich sowie Engpässe bei lebenswichtigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten haben Armut und soziale Ungleichheit weiter verschärft.

Auch die humanitäre Lage verschlechtert sich zunehmend. Naturkatastrophen wie Hurrikane und Überschwemmungen sowie der Verfall der Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur verschärfen die ohnehin schwierigen Lebensbedingungen. So waren vom Zyklon Melissa im Jahr 2025 rund drei Millionen Menschen betroffen. Massive Überschwemmungen, zerstörte Infrastruktur und Vertreibungen waren die Folge. Die Versorgung mit Gesundheitsleistungen, Wasser und Strom wurde erheblich beeinträchtigt. Dadurch sind besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen – insbesondere Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen – einem erhöhten Risiko für Krankheiten und Mangelernährung ausgesetzt. Nach Angaben der Vereinten Nationen leiden Tausende Menschen, vor allem Kinder und ältere Menschen, unter Mangelernährung und einem unzureichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Menschen mit Behinderungen sehen sich in diesem Umfeld trotz der Bemühungen der kubanischen Regierung um mehr Inklusion weiterhin mit zusätzlichen Barrieren beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen konfrontiert.


 

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