Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Sri Lanka

In Sri Lanka unterstützt Handicap International (HI) Gemeinden, die an den Folgen des Klimawandels leiden, indem es widerstandsfähige landwirtschaftliche Maßnahmen fördert und gefährdeten Gemeinden dabei hilft, ihre Lebensgrundlagen zu diversifizieren.

Eine Frau sitzt im Rollstuhl im Vordergrund, im Hintergrund ist der Rest ihrer Familie zu sehen, darunter ein Baby unter Bäumen

In Sri Lanka hilft HI Familien, sich auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. | © HI

Laufende Aktivitäten

In Sri Lanka unterstützt HI besonders gefährdete Gemeinden dabei, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Dabei achtet die Organisation darauf, alle Menschen einzubeziehen. Ein Projekt hilft, die Auswirkungen von klimabedingten Naturkatastrophen zu verringern. Dafür werden widerstandsfähige landwirtschaftliche Methoden gefördert, zum Beispiel angepasste Anbaumethoden, der Anbau verschiedener Nutzpflanzen, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten und ein nachhaltiger Umgang mit Wasser. Besonderes Augenmerk gilt benachteiligten Gruppen wie Frauen, jungen Menschen und Menschen mit Behinderungen.

Handicap International arbeitet mit Fischerfamilien mit geringem Einkommen in den nördlichen und östlichen Provinzen zusammen. Sie unterstützt diese dabei, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen. Dazu gehören die Wiederherstellung von Meeresökosystemen, die Schaffung zusätzlicher Einkommensmöglichkeiten und die Einbindung der Gemeinschaften in Entscheidungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung von Frauen. Sie erhalten Schulungen zum Umgang mit Geld sowie Unterstützung bei einkommensbringenden Tätigkeiten, beispielsweise der Zucht von Seegurken und Austern.

•    Anzahl der HI-Mitarbeiter: 5

•    Von HI im Jahr 2025 direkt unterstützte Begünstigte: 554

•    Indirekte Begünstigte der HI-Aktivitäten im Jahr 2025: 1.651

•    Startdatum des Programms: 1992

Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Sri Lanka

Sri Lanka befindet sich seit der schweren Wirtschaftskrise im Jahr 2022 in einer schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage. Die Auswirkungen dieser Krise, die durch anhaltende Inflation, erhebliche Ernährungsunsicherheit und eine weitreichende Verschlechterung der Lebensbedingungen gekennzeichnet ist, belasten die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen weiterhin schwer.

Der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wasser und Energie, ist nach wie vor sehr eingeschränkt, vor allem in ländlichen Gebieten und benachteiligten Stadtvierteln.

Im Jahr 2025 waren zwischen 6 und 7 Millionen Menschen von mäßiger bis schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Der anhaltende Anstieg der Preise für Grundnahrungsmittel bei gleichzeitig unzureichenden Einkommen zwingt viele Haushalte dazu, sowohl die Qualität als auch die Menge ihrer Nahrung einzuschränken. Besonders von Unterernährung betroffen sind Kinder, bei denen besorgniserregend hohe Raten von Wachstumsverzögerungen und Auszehrung festgestellt werden, sowie schwangere und stillende Frauen. Gleichzeitig hat die Armut deutlich zugenommen: Lag die Armutsquote vor 2022 noch bei weniger als 15 Prozent, so überschritt sie im Jahr 2025 die Marke von 25 Prozent.

Besonders anfällig sind die nördlichen und östlichen Regionen des Landes, die infolge jahrzehntelanger Konflikte historisch benachteiligt wurden, ebenso wie viele ländliche Gebiete. Fischerei- und Bauerngemeinden leiden besonders unter ihrer starken Abhängigkeit von importierten Brennstoffen und landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, wodurch ihre Lebensgrundlagen erheblich beeinträchtigt sind. Zusätzliche Belastungen entstehen durch die hohe Anfälligkeit für wiederkehrende klimabedingte Katastrophen wie Überschwemmungen und Dürren. Diese verschärfen nicht nur die Ernährungsunsicherheit, sondern beeinträchtigen auch die ohnehin fragile Infrastruktur. Zugleich stoßen die bereits stark beanspruchten Gesundheits- und Sozialsysteme zunehmend an ihre Grenzen, da sie dem rasch wachsenden Bedarf immer schwerer gerecht werden können.

Ende 2025 wurde das Land zusätzlich schwer vom Zyklon Ditwah getroffen. In Verbindung mit heftigen Regenfällen verursachte er in allen 25 Bezirken des Landes weitreichende Überschwemmungen und Erdrutsche. Mehr als 1,6 Millionen Menschen waren betroffen, rund 833.000 mussten ihre Häuser verlassen. Tausende Wohnhäuser sowie wichtige Infrastruktur wurden zerstört oder beschädigt. Besonders schwer traf es die Bergregionen im Zentrum des Landes, wo tödliche Erdrutsche zahlreiche Opfer forderten.

Trotz der Anstrengungen der Regierung und humanitärer Organisationen bleibt der Unterstützungsbedarf hoch. Ohne eine deutliche Ausweitung der internationalen Hilfe werden weiterhin Millionen Menschen unter schwierigen Lebensbedingungen leben und nur eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Versorgungsangeboten haben.


 

Einsatzbereiche

 

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