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"Zivilisten in der Ukraine werden noch jahrzehntelang unter Streumunition zu leiden haben"

Minen und andere Waffen
Ukraine

Die Regierung Biden hat heute angekündigt, dass sie Streumunition an die Ukraine liefern wird. Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International ist tief besorgt über diese Entscheidung.

Der Verbotsvertrag verbietet den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streubomben. Streubomben hinterlassen viele Blindgänger.

Der Verbotsvertrag verbietet den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streubomben. Streubomben hinterlassen viele Blindgänger. | © Z. Johnson / Handicap International

Seit 2014 haben die russischen Streitkräfte in der Ukraine intensiv Streumunition eingesetzt, wodurch Hunderte von Zivilisten getötet und verletzt wurden und lebenswichtige zivile Infrastruktur in unermesslichem Umfang beschädigt wurde. Mindestens dreimal wurde auch über den Einsatz dieser Waffen durch ukrainische Streitkräfte berichtet.


Jeder einzelne Einsatz hat direkte und indirekte Folgen, und die Kontamination aufgrund des Einsatzes von Streubomben sowie durch die nicht explodierte Streumunition wird das Leben ganzer ukrainischer Gemeinden über Jahrzehnte beeinträchtigen. Fast alle Opfer dieser Hinterlassenschaft kommen aus der Zivilbevölkerung. Aus diesem Grund sind inzwischen 123 Staaten dem Osloer Übereinkommen beigetreten, das den Einsatz, die Herstellung, die Weitergabe und die Lagerung von Streumunition verbietet.


“Handicap International verurteilt die Entscheidung der Regierung Biden, Streumunition an die Ukraine zu liefern. Streumunition gehört zu den gefährlichsten Waffen für die Zivilbevölkerung. Sie ist von Natur aus willkürlich und stellt eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung dar, da sie noch lange nach dem Ende des Konflikts Opfer fordern kann. Seit 40 Jahren arbeitet Handicap International an der Seite der Streubomben-Opfer. Für uns ist das Problem in erster Linie ein humanitäres: Zusätzlich zu den Opfern unter der Zivilbevölkerung wird zudem der Zugang zu humanitärer Hilfe zur Unterstützung dieser Menschen erschwert."


Anne Héry, Direktorin der internationalen Abteilung für politische Arbeit von Handicap International
 

7 Juli 2023
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