Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Mossul: 1.500 Blindgänger allein im Krankenhaus Al-Shifa

Minen und andere Waffen
Irak

Acht Millionen Tonnen explosiver Kriegsreste bedrohen auch ein Jahr nachdem sich der sogenannte IS zurückgezogen hat, die Stadt Mossul1. Die Stadt gleicht einer tickenden Zeitbombe: Tausende von Verletzten versuchen, medizinische Versorgung zu bekommen und mehr als 300.0002 Binnenvertriebene warten auf ihre Rückkehr.

Zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 wurde Mossul von 1.717 Luftschlägen und 2.867 Explosionen getroffen. Eine beispiellose Menge an explosiven Kriegsresten ist die Folge. Hinzu kommen tausende improvisierte Sprengkörper, die vom sogenannten Islamischen Staat als Sprengfallen platziert wurden. Allein im Krankenhaus Al-Shifa wurden 1.500 Blindgänger gefunden3. Immer wieder passieren Unfälle und ganze Stadtteile sind so stark verseucht, dass ein Betreten unmöglich ist.

Die Zivilbevölkerung leidet am meisten

Die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind enorm: schwere Verletzungen, dauerhafte Behinderungen und Amputationen. Die große Anzahl an Blindgängern in der Stadt hindert die Bevölkerung daran, wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren.

Jahrelanger Wiederaufbau

Handicap International fordert die internationale Gemeinschaft auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Mossul  zählt zu einer der am stärksten mit explosiven Kriegsresten und improvisierten Sprengkörpern verseuchten Städte der Welt.

„Mossul muss dringend entmint, die Bevölkerung für die Gefahren der explosiven Kriegsreste sensibilisiert und die Opfer versorgt werden. Unsere Teams vor Ort stehen bereit. Allerdings muss die internationale Gemeinschaft zeigen, dass sie sich langfristig für die Minenräumung einsetzt“, so Thomas Hugonnier, Leiter der Entminungsaktionen von Handicap International.

Unterzeichnen Sie unsere Petition gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung.

Handicap International im Irak

HI ist bereits seit 25 Jahren im Irak aktiv und führt seit 2014 Projekte für Vertriebene in der Nähe von Konfliktregionen durch. Die Hilfsorganisation begleitet Verletzte und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen, bietet Aufklärungsveranstaltungen an, um das Risikobewusstsein zu steigern und räumt die am stärksten durch explosive Kriegsreste verseuchten Gebiete.

[1] UNO

[2] Norwegian Refugee Council (NRC)

[3] United Nations Mine Action Service (UNMAS)

9 Juli 2018
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

"Ich bin stolz darauf, eine weibliche Sprengmeisterin zu sein!"
© HI
Minen und andere Waffen

"Ich bin stolz darauf, eine weibliche Sprengmeisterin zu sein!"

Lamngueun kam 2006 als Spezialistin für die Entschärfung explosiver Sprengstoffe zu HI. Heute leitet sie ein Team von acht Minenräumer*innen in Laos, dem Land, das am stärksten mit Streumunition kontaminiert ist.

Streubomben Monitor 2022
© Till Mayer / HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Streubomben Monitor 2022

Mindestens 689 ukrainische Zivilisten Opfer von Streubomben
In der Ukraine wurden im ersten Halbjahr 2022 mindestens 689 Zivilisten und Zivilistinnen Opfer von Angriffen mit Streubomben. Dies geht aus dem neuesten Streubomben Monitor 2022 hervor, der am 25. August in Genf veröffentlicht wird.

Entminerin Jennifer: „Anfangs hatte ich viel Angst“
© Till Mayer/HI
Minen und andere Waffen

Entminerin Jennifer: „Anfangs hatte ich viel Angst“

Jahre nach dem Ende des kolumbianischen Bürgerkriegs bedrohen weiterhin zehntausende Blindgänger die Bevölkerung. Doch erst kürzlich konnte ein Dorf zur sicheren Zone erklärt werden. Das Team von Handicap International hatte das Gebiet abgesucht und dabei mehr als 30 Sprengsätze gefunden. Immer mehr Frauen übernehmen diese gefährliche Arbeit. So auch Jennifer Diaz, eine alleinerziehende Mutter.