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DR Kongo: Ein Dreirad-Rollstuhl für ein selbstständiges Leben

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Demokratische Republik Kongo

Dorica Zawadi muss Hals über Kopf mit ihren Kindern vor der andauernden Gewalt im Osten der Demokratischen Republik Kongo fliehen. Irgendwie schafft sie es, obwohl sie nicht laufen kann. In ihrem neuen Dorf stößt sie auf das Team von Handicap International (HI) und erhält eine Art Dreirad: Endlich ist sie mobil, kann einen Nähkurs besuchen und ihre Kinder selbst versorgen.

Zu sehen ist eine Frau, die in einem Rollstuhl mit Handkurbel sitzt. Hinter ihr sitzt ein kleines Kind, hinter dem wiederum eine Mitarbeiterin von HI steht.

Dank ihres neuen Dreirad-Rollstuhls ist Dorica aus Nord-Kivu endlich wieder unabhängig. | © Ogala Company / HI

Als die Gewalt in Doricas Dorf Kashuga eskaliert, bleibt keine Zeit zu überlegen. Sie reißt ihre Kinder an sich und flieht, weg von Angst und Unsicherheit, hinein ins Ungewisse. Der Weg nach Sake, rund 50 Kilometer entfernt, wird für die 30-Jährige zur Qual. Denn Dorica hat eine Behinderung und kann nur auf allen Vieren krabbeln. 

In Sake ist sie zwar in Sicherheit, doch sie ist bitterarm und völlig isoliert. Sie weiß auch nicht, ob der Vater ihrer Kinder noch lebt. „Meine Situation war sehr schwierig“, sagt sie. „Ich konnte nicht laufen, blieb die ganze Zeit zu Hause und konnte weder arbeiten noch auf den Markt gehen.“ Ohne Einkommen kämpften sie und ihre Kinder täglich ums Überleben.

Unterstützung für Menschen mit Behinderung in der DR Kongo

Dann verändert ein Hinweis alles. Nachbarn erzählen ihr von Handicap International (HI). „Sie sagten mir, ich könnte eine Art Rollstuhl bekommen“, erinnert sie sich. Dorica fährt mit einem Motorradtaxi zum HI-Zentrum und schildert ihre Situation. Eine Woche später steht das HI-Team vor ihrer Tür, mit ihrem neuen Fahrzeug.

Mit einem Mal ist sie mobil. Dorica kann einkaufen, Nachbarn besuchen und am Leben teilnehmen. „Jetzt kann ich selbst zum Markt gehen“, sagt sie. Das Dreirad gibt ihr Freiheit und eröffnet neue Wege. Sie beginnt einen Nähkurs.

Heute näht Dorica Kleidung und verdient damit Geld. Ihre Worte klingen voller Hoffnung: „Das Leben war sehr schwer, aber seit ich das Dreirad habe, habe ich nähen gelernt, ich habe ein Einkommen und kann meine Kinder ernähren.“

 

Handicap International versorgt in der Region Nord-Kivu Menschen mit medizinischer Notfallversorgung, mit Reha-Maßnahmen und psychosozialer Unterstützung. Innerhalb eines Jahres wurden folgende Ergebnisse erzielt:

•    978 Menschen erhielten eine Physiotherapie
•    399 Menschen erhielten Hilfsmittel (Gehstöcke, Krücken, Dreiräder usw.)
•    1.240 Menschen nahmen an psychosozialen Gruppensitzungen teil
•    359 Menschen erhielten individuelle psychosoziale Unterstützung
•    445 Menschen wurden an spezialisierte Einrichtungen  überwiesen
•    874 Aufklärungsveranstaltungen wurden organisiert

Das Projekt umfasst zudem Gesundheits- und Ernährungsinitiativen, insbesondere für Kinder, Schwangere und schutzbedürftige Menschen, sowie Schulungen für das Gesundheitspersonal zur Verbesserung der Dienstleistungsqualität.

27 Mai 2026
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