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Syrien: Rückkehr schier unmöglich

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Syrien

Armut, zusammengebrochenes Gesundheitswesen, Coronavirus und die Verseuchung durch explosive Kriegsreste – die syrische Bevölkerung, die vor dem Krieg geflohen ist, steht vor immer größer werdenden Herausforderungen. Solange die lebenswichtige Versorgung nicht wiederhergestellt ist und Minen geräumt sind, können sie nicht nach Hause zurückkehren und ein menschenwürdiges Leben führen.

Mutter und Kind in einem Camp für Binnenvertriebene in Syrien.

Mutter und Kind in einem Camp für Binnenvertriebene in Syrien. | © Bahia Z./ HI

Anlässlich der 4. Geberkonferenz für Syrien in Brüssel veröffentlichen 50 Nichtregierungsorganisationen, darunter Handicap International (HI), einen Bericht mit Interviews mit Geflüchteten innerhalb und außerhalb Syriens: „Into the unknown: Listening to Syria’s displaced in the search for durable solutions”. Ziel ist es, den syrischen Geflüchteten das Wort zu erteilen. Sie beschreiben ihre Lebensbedingungen und erklären, wie sie ihre Zukunft sehen.

Neun Jahre Krieg

Über 12 Millionen Frauen, Männer und Kinder in Syrien mussten seit 2011 vor dem Konflikt aus ihren Häusern fliehen. Dieser hat ihr Land in den letzten neun Jahren völlig vernichtet. Die humanitären Folgen sind erschreckend und werden noch jahrelang andauern: Es herrscht ein unzureichender Zugang zur Versorgung, ein Mangel an Lebensmitteln, Menschen werden weiterhin vertrieben usw. In Brüssel sprechen die Geldgeber und Nichtregierungsorganisationen über die schwierige humanitäre Lage und über die Folgen der intensiven Bombenangriffe. Explosive Kriegsreste stellen für Millionen Syrer*innen eine Gefahr dar. Es werden große Anstrengungen in der Minenräumung und der Aufklärungsarbeit erforderlich sein, um die Bevölkerung vor Unfällen zu schützen.

Die neun Jahre Krieg haben das Gesundheitssystem zum großen Teil zerstört. Millionen Menschen sind von der Gesundheitsversorgung abgeschnitten. 

Reise ins Ungewisse

Von genau diesen schrecklichen Fakten handelt der Bericht „Into the unknown: Listening to Syria’s displaced in the search for durable solutions”. Geflüchtete, die noch in Syrien leben oder ins Ausland geflohen sind, berichten über ihre Lebensumstände und ihre Sorgen über die Zukunft. Der Bericht will die Regierungen und Geldgeber darüber informieren, wie die betroffenen Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge selbst ihre Zukunft sehen. Er will ihren Stimmen Gehör verleihen und auf diese Weise die langfristigen Entscheidungen, die über die syrischen Geflüchteten getroffen werden, beeinflussen.

Bedingungen müssen sich verbessern 

Die syrischen Flüchtlinge geben die Kämpfe, die Bedrohung durch explosive Kriegsreste und die Sicherheitsprobleme als die größten Hindernisse an, wenn sie in ihr Land zurückkehren. Solange die lebenswichtige Versorgung nicht wiederhergestellt ist, werden sie nicht nach Hause zurückkehren und ein menschenwürdiges Leben führen können. Auch gibt die Mehrheit der befragten Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon an, dass sie schwer verschuldet sei – ein weiteres Hindernis, das sich einer Rückkehr in die Heimat in den Weg stellt.

Lesen Sie den vollständigen Bericht anlässlich der 4. Geberkonferenz für Syrien, die vom 22. bis 30. Juni 2020 in Brüssel stattgefunden hat. Hier finden Sie ihn in englischer Sprache.

1 Juli 2020
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