Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Ukraine: „Stücke einer Streubombe stecken noch immer in meinem Körper.“

Minen und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Ukraine

Elenas Leben in der Ukraine änderte sich dramatisch, als der Krieg Bachmut erreichte. Bombardierungen zerstörten ihre Heimatstadt und hinterließen tiefe Wunden – körperlich und seelisch. Nachdem sie und ihre Tochter bei Angriffen schwer verletzt wurden, fanden sie Unterstützung bei Handicap International. Ein Leben in Sicherheit ist Elenas Wunsch, doch die Angst vor morgen bleibt.

Eine Frau mittleren Alters zeigt frontal ein Bild von einer jungen Frau mit einer Katze im Arm auf einem Tablet.

Elena zeigt ein Foto ihrer Tochter Yevgenia - beide wurden bei Bombenangriffen schwer verletzt und leiden noch immer unter den Folgen. | © M. Monier / HI

"Es war wie die Apokalypse" - Bachmut im Krieg

Elenas Heimat Bachmut war einst eine lebendige Stadt. Doch mit dem Ausbruch des Krieges änderte sich alles: „Ich erinnere mich an das Geräusch von zerbrechendem Glas und Betonblöcken, die zu Boden fielen.“ Die Familie konnte nicht fliehen und blieb so lange wie möglich, aber es gab weder Strom, Wasser noch Nahrung. „Den Kindern wurde gesagt, sie sollten in den Bunkern bleiben“, erzählt Elena, die den Alltag als „wie die Apokalypse“ beschreibt.

Die Lage spitzte sich zu, als Elenas Mann während eines Angriffs einen Schlaganfall erlitt. Mit Hilfe von Nachbarn konnte er evakuiert werden. Für die Behandlung zog die Familie in eine andere Stadt und fand vorübergehend Ruhe, doch der nächste Angriff traf direkt ihr neues Zuhause. Elena wurde durch eine Streubombe schwer verletzt.
 

„Ich erinnere mich, dass wir an diesem Abend mit meinem Mann ferngesehen haben. Die Fenster zersprangen und das Dach stürzte über uns ein“, erzählt Elena erschüttert.

Krieg in der Ukraine: Mutter und Tochter kämpfen mit den Folgen

Während Elena noch mit ihren eigenen Verletzungen zu kämpfen hatte, wurde auch ihre Tochter Yevgenia Opfer eines Bombenangriffs. „Die Ärzte sagten, es sei ein Wunder, dass sie noch lebe“, erzählt Elena von der schweren Kopfoperation ihrer Tochter. Die Narben des Krieges prägen die Familie bis heute: Metallfragmente stecken noch immer in Elenas Körper, ihre Tochter kämpft mit den Folgen der Verletzungen und auch ihr Enkel leidet unter den Erlebnissen.

Dank der Unterstützung von Handicap International wird Yevgenia in einem Rehabilitationszentrum betreut. „Von unserem früheren Leben ist nichts mehr übrig“, sagt Elena, die sich dennoch um Hoffnung bemüht. Heute hat sie einen Job gefunden und versucht, für sich und ihre Familie wieder einen Alltag aufzubauen – in einer Ukraine, in der die Zukunft ungewiss bleibt.

 

 

Das Auswärtige Amt unterstützt humanitäre Hilfsprojekte in der Ukraine. 

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5 Dezember 2024
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