Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Venezuela: Handicap International leistet Nothilfe für Verletzte

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Venezuela

Eingestürzte Häuser, Menschen unter Trümmern und Familien, die innerhalb weniger Sekunden alles verlieren: Die schweren Erdbeben in Venezuela haben Tausende Menschen in eine Notlage gestürzt. Sie haben Angehörige verloren, wurden verletzt oder ihr Zuhause liegt in Trümmern. Handicap International (HI) unterstützt die Betroffenen mit Rehabilitation, psychologischer Hilfe und Hilfsmitteln wie z.B. Rollstühle.

Eine Frau steht in einem Notlager, ihr Arm ist verbunden. Neben ihr steht eine Helferin von Handicap International.

Vianey Zambrano hat sich nach dem Chaos der Erdbeben schwer am Arm verletzt. Das Team von Handicap International hat ihr geholfen, behandelt zu werden. | © A. Jota / HI

Mehr als 16.000 Menschen wurden bei den beiden Erdbeben am 24. Juni verletzt. Viele benötigen dringend Rehabilitations-Maßnahmen. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um die Genesung nach schweren Verletzungen zu fördern und langfristige Behinderungen zu vermeiden.

„Was uns widerfahren ist, kann man nie wirklich überwinden“

Vianey Zambrano überlebte die Erdbeben, wurde verletzt und verlor Angehörige sowie ihr Zuhause. Heute lebt sie mit ihrer Familie in einer Notunterkunft in La Guaira.

„Ich habe früher in einem Haus in der Gemeinde La Lucha gewohnt“, erzählt Vianey. „Als das Erdbeben kam, war ich nicht zu Hause. Als ich zurückkam, erkannte ich nichts wieder: Die Fassade war verschwunden, drei Häuser waren darauf eingestürzt und die Wände waren voller Risse. Vier Menschen starben dort. Mehr als zwei Wochen später liegt einer von ihnen immer noch dort unter den Trümmern; die Rettungskräfte konnten seine Leiche noch nicht bergen.“

„Nach den Erdbeben suchten meine Familie und ich Zuflucht in einem Stadion. Dort verbrachten wir die ersten Nächte unter Tränen, voller Angst vor weiteren Nachbeben. In dem Chaos nach den Erdbeben bin ich zweimal gestürzt und hart auf meine Hand aufgeschlagen. Zunächst habe ich dem keine große Beachtung geschenkt. Ich habe einfach ein paar Schmerzmittel genommen. Doch in den folgenden Tagen schwoll meine Hand stark an. Glücklicherweise hat mir Handicap International geholfen, indem sie mir medizinische Versorgung bereitstellten und mich an ein Gesundheitszentrum vermittelten, um eine Röntgenaufnahme machen zu lassen.“
 

„Heute geht es mir furchtbar, absolut furchtbar. Was uns widerfahren ist, kann man nie wirklich überwinden. Sein Zuhause zu verlassen und bei der Rückkehr festzustellen, dass nichts mehr übrig ist. Die Nachbarn, mit denen wir unser ganzes Leben verbracht haben, sind plötzlich nicht mehr da. Ein sechsjähriges Mädchen, eine meiner Nachbarinnen, deren Vater immer noch unter den Trümmern begraben ist … Ich kann es immer noch nicht fassen.“

Nothilfe in Venezuela: Es fehlt an allem

HI hat Rehabilitationsteams in die Notunterkünfte in La Guaira entsandt, wo mehrere tausend Menschen untergebracht sind.
 

„Unsere Teams leisten Rehabilitationsmaßnahmen für Menschen im provisorischen Lager und in der umliegenden Gemeinde. Besonderes Augenmerk gilt dabei Menschen mit Behinderungen, die bei Hilfsmaßnahmen häufig übersehen werden. Da viele von ihnen im Chaos nach der Katastrophe ihre Gehstöcke, Krücken oder Rollstühle verloren hatten, verteilen wir Hilfsmittel, damit sie wieder mobil sind“, erklärt Yohanna Talloli, Expertin für inklusive humanitäre Hilfe bei HI.

Zusätzlich versorgt HI Betroffene mit psychologischer Unterstützung und verteilt Hygiene-Sets an Menschen in den Notunterkünften.
 

 

 

14 Juli 2026
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Syrien: „Oh, wie sie lacht!“
© N. Bimbashi / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Syrien: „Oh, wie sie lacht!“

Fatima stammt aus Al Kusaybah, einem kleinen Dorf in der Nähe von Aleppo. Kurz nach ihrer Hochzeit floh sie 2021 mit ihrem Mann vor dem Krieg, als die Bomben immer näherkamen. Fünf lange Jahre verbrachten sie in der Türkei, fern der Heimat, fern von allem, was ihnen vertraut war. Doch die Sehnsucht nach Syrien war stärker als die Angst. Also kehrten sie zurück. Und dann wurde Aesha geboren.

Syrien: Endlich eine Prothese für Amer
© N. Bimbashi / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Syrien: Endlich eine Prothese für Amer

Amer (11) und seine Familie waren sieben Jahre lang vertrieben, bevor sie im vergangenen Jahr in ihr Dorf im Nordosten Syriens zurückkehrten. Wie viele Familien konnten sie es kaum erwarten, nach Jahren der Unsicherheit endlich nach Hause zu kommen. Doch nur wenige Wochen nach ihrer Rückkehr wurde Amer durch einen Blindgänger schwer verletzt und verlor bei dem Unfall sein Bein. Jetzt, ein Jahr später, hat er von Handicap International (HI) eine Prothese bekommen.

Ukraine: Rehabilitation gibt Lidiya Hoffnung
© L. Hutsul / HI
Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie

Ukraine: Rehabilitation gibt Lidiya Hoffnung

Lidiya blickt auf ihren Garten. Dort, wo früher Blumen blühten und Obstbäume standen, liegen heute Trümmer. Ihr Zuhause in Charkiw wurde bei einem Drohnenangriff zerstört. Dass die 77-Jährige heute überhaupt wieder vor den Ruinen stehen kann, verdankt sie der Reha von Handicap International. Denn nach dem Angriff konnte sie monatelang nicht einmal ihr Bett verlassen.