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Ukraine: Rehabilitation gibt Lidiya Hoffnung

Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie
Ukraine

Lidiya blickt auf ihren Garten. Dort, wo früher Blumen blühten und Obstbäume standen, liegen heute Trümmer. Ihr Zuhause in Charkiw wurde bei einem Drohnenangriff zerstört. Dass die 77-Jährige heute überhaupt wieder vor den Ruinen stehen kann, verdankt sie der Reha von Handicap International. Denn nach dem Angriff konnte sie monatelang nicht einmal ihr Bett verlassen.

Eine ältere Frau sitzt auf einem Bett. Neben ihr sitzt eine HI-Mitarbeiterin und legt ihr die Hand aufs Bein.

Lidiya zusammen mit HI-Physiotherapeutin Ana in ihrem vorübergehenden Zuhause. | © L. Hutsul / HI

Es war die Nacht des 8. Juli 2024, als ein Drohnenangriff Lidiyas Zuhause in Charkiw zerstörte. Die 77-Jährige wurde schwer verletzt: Wirbelsäulenbruch, gebrochenes Bein, unzählige Prellungen.
 

„Meine Tochter Lena zog mich mit Hilfe der Nachbarn aus den Trümmern“, erinnert sich Lidiya. „Im Krankenhaus sagte man mir, es werde ein langer, schmerzhafter Weg. In diesem Moment wurde mir klar, was ich alles verloren hatte: mein Haus, den Garten, den ich so geliebt hatte. Alles, wofür meine Familie und ich so hart gearbeitet hatten.“

Monatelang im Bett

Nach dem Angriff konnte Lidiya monatelang nicht laufen. Nicht einmal das Bett konnte sie verlassen. Ihre Tochter Lena, die selbst unter Rückenschmerzen litt, pflegte sie liebevoll.

Seitdem lebt Lidiya in einer Art Wohn-Container direkt neben den Ruinen ihres ehemaligen Zuhauses. Die Wände bröckeln, Reparaturen sind nötig, doch staatliche Unterstützung für den Wiederaufbau gibt es bislang nicht.

„Es ist nur eine vorübergehende Lösung“, sagt sie. „Unser größter Wunsch ist es, unser eigenes Zuhause wiederaufzubauen.“

Rehabilitation als Wendepunkt

Alles ändert sich als Lidiya die Physiotherapeutin Ana von Handicap International trifft. Mit gezielten Übungen lernte sie Schritt für Schritt, wieder zu stehen, zu gehen und einfache Bewegungen auszuführen. „Ana ist mein Sonnenschein“, erzählt Lidiya. „Dank ihr konnte ich irgendwann mit einem Rollator in die Küche gehen und kochen. Das gab mir das Gefühl, wieder ein normales Leben zu führen.“ 

Hoffnung trotz Krieg und Verlust

„Ich bin dankbar für die Unterstützung von Handicap International und anderen Hilfsorganisationen“, sagt Lidiya. „Sie geben uns die Kraft, mit den Folgen von Verletzungen und Verlusten umzugehen. Unser größter Traum bleibt: eines Tages in unser eigenes, echtes Zuhause zurückzukehren. Der Krieg hat uns alles genommen, aber wir halten durch.“

7 Juli 2026
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