Niemanden zurücklassen: Projekt Leave no one behind

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Humanitäre Hilfe muss auch die Schwächsten erreichen. In einem vom Auswärtigen Amt geförderten Projekt schulen wir - gemeinsam mit CBM - Akteure der deutschen Humanitären Hilfe in inklusiven Maßnahmen.

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Ein Mitarbeitender von Handicap International sitzt auf einem Krankenbett, in dem ein Mann liegt, und notiert sich etwas. Im Vordergrund ist ein Rollstuhl.
Ein Mitarbeitender von Handicap International sitzt auf einem Krankenbett, in dem ein Mann liegt, und notiert sich etwas. Im Vordergrund ist ein Rollstuhl.
Jonas Cazeau, 30, wurde 2016, als der Hurrikan Matthew auf Haiti im Anflug war, vorsorglich in eine Notunterkunft gebracht. Katastrophenvorsorge, die alle Menschen mit einbezieht, ist ein wichtiger Aspekt einer inklusiven Humanitären Hilfe.

Menschen mit Behinderung gelten mit 15 Prozent der Weltbevölkerung als eine der größten Minderheiten. Dennoch werden sie und ihre besonderen Bedürfnisse in der humanitären Hilfe nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen oft vergessen. Artikel 11 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) legt jedoch fest, dass Menschen mit und ohne Behinderung in Not- und Krisensituationen den gleichen Schutz erhalten müssen. 

Die deutsche Regierung hat die Behindertenrechtskonvention ratifiziert und die Verpflichtung daraus noch einmal konkret bestätigt, indem sie als eine der ersten beim Humanitären Weltgipfel 2016 die Charta zur Inklusion in der Humanitären Hilfe unterzeichnet hat. Das Auswärtige Amt nimmt diese Verpflichtung ernst und will ihrer Umsetzung konkret näher kommen, indem sie das  Projekt „Leave no one behind!“ von Handicap International und der Christoffel Blindenmission (CBM) angeregt hat und unterstützt. In diesem Projekt werden Mitarbeitende von deutschen Institutionen und Organisationen in Seminaren geschult, gezieltes Coaching für die Einführung inklusiver Methoden angeboten und in Kooperationen mit Hochschulen die Ergänzung von Lehrinhalten angeregt.

Inklusion in der humanitären Hilfe

Die Seminare haben schon an mehreren Orten stattgefunden, jeweils mit einer Runde von Mitarbeitenden verschiedener Nicht-Regierungs-Organisationen und des Auswärtigen Amts. Die Teilnehmenden konnten unter Einbeziehung internationaler Experten ihre konkreten Fragen und Fallbeispiele mit einbringen und sich auch in Arbeitsgruppen über Erfahrungen austauschen. Ulrike Last von Handicap International und Frauke Heinze von CBM vermitteln dabei auf der Grundlage der jahrzehntelangen Fachexpertise der beiden Organisationen Kenntnisse und technisches Know-how der inklusiven Humanitären Hilfe. Neben oder zusätzlich zu den Seminaren kann eine Organisation dann bei gezieltem Coaching die inklusiven Grundsätze in die eigene Arbeit ganz konkret anpassen. Die Hochschulkooperationen sind schließlich in die Zukunft gerichtet und sollen bewirken, dass Mainstreaming von Behinderung als fester Bestandteil in die Lehrinhalte relevanter Studiengänge aufgenommen wird. 

 

Der Humanitäre Weltgipfel, der im Mai 2016 in Istanbul stattfand, brachte einen großen Fortschritt für Menschen mit Behinderung und eine humanitäre Hilfe, die allen zugutekommt. Handicap International hat gemeinsam mit mehreren Partnerorganisationen während der Sondersitzung zum Thema Behinderung die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe eingebracht:
Lesen Sie hier mehr über die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe

Finden Sie heraus, was inklusive Humanitäre Hilfe bedeutet und wie Handicap International diese Prinzipien umsetzt

Veröffentlicht am 25.07.17

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