Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Nirmala und Khendo 2 Jahre nach dem Erdbeben: „Einfach unzertrennlich“

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Nepal

Die neunjährige Nirmala und die zehnjährige Khendfielen dem Erdbeben zum Opfer, das am 25. April 2015 Nepal erschütterte. Beide Mädchen mussten amputiert werden. Durch die Unterstützung von Handicap International konnten sie rehabilitative Übungen machen und eine Prothese erhalten. Zwei Jahre später können beide Mädchen schon wieder laufen und besuchen die Schule. Jeden Monat kommen sie ins Rehabilitationszentrum.

 

Die zwei Freundinnen Nirmala und Khendo klatschen sich gegenseitig in die Hände

Nirmala und Khendo sind während der Reha gute Freundinnen geworden | © L. Veuve/Handicap International

 

Am 25. März 2015 bebt die Erde in Nepal. Im Distrikt Okhaldhunga wird die damals siebenjährige Nirmala unter einer einstürzenden Mauer eingeklemmt. Zur selben Zeit wird die achtjährige Khendo im Distrikt Sindhupalchok unter den Trümmern ihres Hauses verschüttet. Die zwei Mädchen werden in die Notaufnahme des Krankenhauses Bir in Katmandu gebracht, wo beiden ein Bein amputiert wird. Sudan Rimal, Physiotherapeut für Handicap International, lernt die beiden dort kennen: „Ich behandle sie seit ihrem Unfall. Ich habe zahlreiche Reha-Übungen mit ihnen gemacht, zunächst im Krankenhaus, wo sie ungefähr drei Monate lang blieben, und dann im Reha-Zentrum National Disabled Fund, einem Partnerzentrum von Handicap International. Sechs Monate nach dem Unfall haben sie beide eine Prothese bekommen und wieder laufen gelernt. Sie haben enorme Fortschritte gemacht! Und sie unterstützen sich gegenseitig so sehr. Ihre Freundschaft gibt ihnen Kraft.“

Durch das Erdbeben haben Nirmala und Khendo ein Bein verloren. Ihr fröhliches Lachen ist ihnen jedoch nicht abhanden gekommen © L. Veuve/Handicap International

„Heute, zwei Jahre nach der Katastrophe, sind Nirmala und Khendo ganz schön gewachsen. Sie kommen immer ins Rehabilitationszentrum, etwa einmal im Monat. Sie dehnen ihre Muskeln und gewinnen so an Beweglichkeit. Je nach Wachstum passen wir ihre Prothesen alle sechs Monate an. Sie entwickeln ein Bewusstsein für ihren Körper und dafür, wie wichtig die Reha-Übungen sind. Sie können mir berichten, wann und wo sie Schmerzen haben. Sie verstehen so langsam, was sie fühlen. Und sie motivieren sich gegenseitig, die Übungen zu machen und voranzukommen. Die beiden sind wirklich beeindruckend!“, erklärt Sudan Rimal.

Nirmala und Khendo haben von uns eine Beinprothese erhalten und können nun wieder laufen. Auch heute erhalten sie noch rehabilitative Unterstützung von uns. © L. Veuve/Handicap International

Zunächst waren die Familien der Mädchen nach dem Unfall vorübergehend in Katmandu geblieben, doch mittlerweile sind Khendos Eltern aufs Land zurückgekehrt, um dort wieder auf den Feldern zu arbeiten. Khendo hat dort einen Betreuer, der auf sie aufpasst. Die Eltern von Nirmala leben nach wie vor in der Hauptstadt. Die beiden Mädchen gehen zur Schule und besuchen die zweite Klasse. Sudan Rima erzählt:

„Wir haben ihre Lehrkräfte geschult, sodass sie die Reha-Übungen kennen, die sie mit den Kindern durchführen können. Sie waren sehr interessiert und hatten viele Fragen.“

Nirmala und Khendo lieben den Englischunterricht und spielen gerne Badminton und Verstecken. Und wenn man mit ihnen über die Zukunft spricht, so antwortet Nirmala mit leuchtenden Augen, dass es ihr größter Traum ist, Schauspielerin zu werden. Khendo hingegen will Lehrerin werden, „um Kindern zu helfen, dass aus ihnen gute Menschen werden“.

Lesen Sie hier mehr zur Situation in Nepal, zwei Jahre nach dem Erdbeben

25 April 2017
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Landminen-Unfall: Durch HI bekam Khaled sein Leben zurück
© Saja for Advertisements / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Landminen-Unfall: Durch HI bekam Khaled sein Leben zurück

Im Jemen leben viele Familien von der Landwirtschaft. Sie bestellen ihre Felder, halten Tiere und ernähren sich von dem, was das Land hergibt. Doch dort, wo Landminen im Boden verborgen liegen, kann ein einziger Schritt ein ganzes Leben verändern. So erging es auch Khaled.

Schumens Platz: Hinter dem Steuer
© C. Paillet-Krawczyk / HI
Nothilfe

Schumens Platz: Hinter dem Steuer

Schumen Kamalu arbeitet als Fahrerin bei Handicap International (HI) in Kinshasa. In einem Beruf, der noch immer als Männerdomäne gilt, musste sie sich ihren Platz erarbeiten. Doch Zweifel und gesellschaftlicher Druck konnten sie nicht aufhalten. Heute ist Schumen stolz auf das, was sie erreicht hat, und möchte andere Frauen ermutigen, an sich zu glauben und ihren eigenen Weg zu gehen.

Omaya: Schwanger mit Behinderung auf der Flucht
© HI
Rehabilitation und Orthopädie

Omaya: Schwanger mit Behinderung auf der Flucht

Schon wieder musste Omaya mit ihrer Familie vor den Bomben fliehen: Erst aus Syrien in den Libanon und nun aus der Hauptstadt Beirut in eine winzige Wohnung in der Nähe eines Flüchtlingslagers. Die 28-Jährige lebt mit einer erblichen Muskeldystrophie, ist im achten Monat schwanger und wünscht sich seit Jahren endlich ein friedliches Leben. Unsere Teams vor Ort kümmern sich um sie.