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Ukraine: Überleben nach einem Streubombenangriff

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Ukraine

Lidiya wartete in einer langen Schlange auf der Straße, um ihre monatliche Rente abzuholen, als plötzlich eine Streubombe explodierte. Die 75-Jährige wurde schwer verwundet, überall um sie herum sah sie Blut, Verletzte und Tote. Sie hatte noch Glück: Die vielen dicken Jacken, die sie wegen der Kälte übereinander angezogen hatte, retteten ihr das Leben. Und unsere Hilfe hat sie wieder fit gemacht.

Eine ältere Frau sitzt auf der Bettkante in ihrem Zuhause. Ein Mitarbeiter von HI sitzt ihr gegenüber, sie schaut ernst, sein Gesicht sieht man nicht.

Oleksii steht Lidiya eng zur Seite. Dank der kontinuierlichen Therapie geht es ihr wieder besser. | © L. Hutsul / HI

Stundenlang musste Lidiya am 7. März 2022 vor der Bank in der Kleinstadt Derhachi in der Nähe von Charkiw warten. Plötzlich hörte sie ein Geräusch, das wie „tausend zischende Schlangen“ klang. Später erfuhr sie, dass es sich dabei um den Klang von Streumunition handelte. Einer der Männer in ihrer Nähe schrie: „Rennt!“

„Aber wohin sollten wir laufen? Wir wussten, dass es in der Nähe einen Keller gab, aber wir schafften es nicht rechtzeitig dorthin. Die Druckwelle warf uns alle zu Boden“, sagt Lidiya. 
Als die alte Frau wieder zu sich kam, sah sie, dass ihr Arm blutüberströmt war, ihr Mantel durchnässt und ihre Hand in einer unnatürlichen Position verdreht war. Es herrschte bedrückende Stille; niemand konnte aufstehen. Bald kamen Ärzte. Sie sah, wie sie die Menschen sortierten – in die, die noch lebten und in die, die nicht mehr lebten. 

Brüche und Splitterwunden durch Streumunition

„Im Krankenhaus wurde ich notfallmäßig versorgt. Ich hatte mehrere Brüche im rechten Arm und viele Splitterwunden. Ich verbrachte drei Tage auf der Intensivstation, weil ich auch einen Herzstillstand hatte“, berichtet Lidiya:

„Der Arzt sagte mir, ich hätte Glück gehabt. Ich war warm angezogen, wie ein Kohlkopf in vielen Schichten, weil wir in der Nacht zuvor vor den Bombardierungen in einem Keller Schutz gesucht hatten und mir sehr kalt war. Diese dicke Kleidung hat mir das Leben gerettet.“ 

„Ich bin Oleksii von HI so dankbar.“

Nach mehreren Operationen wurde Lidiya in eine Notunterkunft gebracht, da eine Rückkehr nach Hause zu gefährlich war. Dort erhielt sie Unterstützung von verschiedenen humanitären Organisationen. Später bekam sie verschiedene Therapien von unseren Teams. Diese gaben ihr Selbstvertrauen und ermöglichte es ihr, wieder fit zu werden.

„Ich bin Oleksii, dem Physiotherapeuten von Handicap International, zutiefst dankbar. Er hat mir geholfen, sodass mein Arm jetzt wieder funktioniert und ich ihn bewegen kann. Jetzt kann ich mich wieder selbst versorgen und sogar schreiben. Ich bin allen, die mir zur Seite standen und mir auf diesem Weg geholfen haben, aufrichtig dankbar“, sagt Lidiya. „Natürlich ist unser größter Wunsch, dass der Krieg endet. Mein Haus wurde durch Beschuss schwer beschädigt, aber ich würde wirklich gerne in meine Heimatstadt zurückkehren.“

Handicap International versorgt in der Ukraine Opfer von Streubombenangriffen, von Landminen oder Raketen.

 

19 Dezember 2025
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