Roldan hat ein barrierefreies Haus gebaut

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Roldan Bunda, 35 Jahre alt, lebt mit seinen Eltern in dem kleinen Dorf Cogon. Das Haus der Familie wurde durch den Taifun Haiyan zerstört. Mit unserer Unterstützung hat er ein neues aufgebaut - barrierefrei, sturmsicher und mit Zugangsrampe. Ihn zu treffen ist ein besonderes Erlebnis.

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Roldan macht auf der Rampe, die zu seinem Haus führt, einen Handstand
Roldan macht auf der Rampe, die zu seinem Haus führt, einen Handstand
Roldan vor seinem neuen Haus

Cogon in der Provin Capiz. Es ist die Zeit des Monsuns (Oktober 2014). Trotz des strahlenden Sonnenscheins ist das Flachland überflutet. Roldans Zuhause ist nur per Ruderboot erreichbar. Mit einem breiten Grinsen empfängt er uns bei sich zu Hause, seine Schuhe hält er in der Hand.

Roldan ist noch nie gelaufen. Im Alter von nur acht Jahren litt er immer wieder unter Fieberschüben und schließlich wurde Poliomyelitis diagnostiziert. Seit dem sind seine Beine verkümmert und gelähmt. Doch obwohl er seine Ausbildung immer wieder unterbrechen musste, hat er nie aufgeben. „Seit ich ein kleiner Junge war, habe ich die Schreiner in meinem Dorf beobachtet. Als ich 13 Jahre alt war, habe ich ein komplettes Hühnerhaus gebaut. Ich habe mit 25 meine High School mit Diplom abgeschlossen. Es kam auf die Titelseite der Schulzeitung. Ich war so glücklich“, erzählt er.

Am 8. November 2013, als der Taifun Haiyan Cogon traf, wurde Roldans Haus von Wasser weggespült. Die Familie floh in die Hügel, wo sie mit finanzieller Unterstützung ein neues Haus bauten. Und dabei spielte auch Roldan eine Rolle. „Ich wollte alle unnötigen Extraausgaben vermeiden – und deswegen habe ich das Dach der Erweiterung selbst gebaut und deswegen baue ich gerade den Rahmen des Nebengebäudes.“ Verblüfft schauen wir Roldan dabei zu, wie er geschickt über die Pfosten bis zum Dach klettert. Für ihn ist es ein Kinderspiel.

„Wie 205 andere Haushalte in Panay hat Roldans Familie Material und finanzielle Unterstützung von Handicap International erhalten, um ihre Häuser wieder aufzubauen. Manche kaufen nur das Equipment und machen den Rest alleine, andere arbeiten mit örtlichen Schreinern. Wenn sie wollen, können die Familien das Holz vor Ort kaufen. Die Häuser sind aus Mahagoni, Bambus und dem Holz von Kokusnussbäumen. Sie sind stabil, haltbar und perfekt an die Umgebung angepasst. Es ist einfach nur beeindruckend, wieviel Roldan selbst macht – er hat eine wirklich unglaubliche Stärke“, fügt Benoit Bargeas hinzu, Leiter des Wiederaufbauprojekts der Nothilfemaßnahmen von Handicap International auf den Philippinen.

Roldan sitzt auf dem Rücken eines Büffels

Roldan auf dem Büffel der Familie © Till Mayer / Handicap International

Aber das Schreinern ist nicht das einzige, was Roldan macht. „Jeden Tag beackere ich mit meinem Büffel Pogy die Reisfelder“, erklärt er uns, während er das Tier streichelt. Er hilft uns sehr viel“, fügt sein Vater hinzu. „Letzte Woche regnete es drei Tage am Stück und so konnten wir nur 12 statt 20 Säcke reinbringen. Wenn sich die Dinge nicht verbessern, haben wir ein echtes Problem. Aber immerhin haben wir ein zu Hause – und Rolands Stärke treibt uns alle an."

Veröffentlicht am 27.10.14

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