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Afghanistan: Eine Explosion veränderte Marwas Leben

Rehabilitation und Orthopädie
Afghanistan

Die zehnjährige Marwa aus Kunduz verlor durch die Explosion einer Rakete ihre Mutter und ihr linkes Bein. Zwar bekam sie bald eine Prothese, doch diese wurde schnell zu klein und verursachte starke Schmerzen. Inzwischen wird Marwa von Handicap International unterstützt. Das Mädchen kann dank Physiotherapie wieder laufen und sogar in die Schule gehen. 

Ein junges Mädchen mit Krücken steht lächelnd vor einem Fenster.

Dank der Hilfe von HI ist Marwa wieder mobil und kann in die Schule gehen. | © E. Blanchard / HI

Eine verheerende Explosion, die alles veränderte

Marwa ist ein zehnjähriges Mädchen aus der Stadt Kunduz in Afghanistan. Ihr Leben nahm im Jahr 2021 eine dramatische Wende, als in ihrem Haus eine Rakete explodierte. Ihr 18-jähriger Cousin Zubair brachte eine nicht explodierte Rakete mit nach Hause, die er auf einem Feld gefunden hatte. Er wollte das Metall verkaufen. Die Rakete fiel versehentlich auf den Boden und explodierte. Die Folgen waren verheerend: Sieben Familienmitglieder kamen ums Leben, acht weitere wurden verletzt – darunter auch Marwa.
Marwa verlor bei der Explosion ihre Mutter und wurde schwer verletzt. Ihr linkes Bein musste oberhalb des Knies amputiert werden. 

Harter Alltag nach der Katastrophe

Nach der Explosion war nichts mehr wie vorher. Für Marwa war das neue Leben eine immense Herausforderung. Bereits alltägliche Aufgaben wie der Schulweg oder der Gang zur Toilette waren schwierig. Zwar bekam Marwa eine Prothese angepasst, doch diese wurde schnell zu klein und sie verursachte große Schmerzen, sodass Marwa sie häufig ablegen musste. Das Mädchen konnte sich nur noch schlecht fortbewegen. 

Hilfe vom Roten Kreuz und Handicap International

Im April 2022 bekam sie endlich vom Internationalen Roten Kreuz eine neue Prothese, und unsere Teams übernahmen die Pflege des Beines und die Physiotherapie. Marwa lernte schnell mit der Prothese zu gehen. Doch Kinder wachsen, so braucht Marwa mindestens einmal im Jahr eine neue Prothese. Diese erhieIt sie im Juli 2024 im Rehazentrum in Mazar-e-Sharif. Die Fahrten dorthin sind teuer und für Marwas Familie kaum zu finanzieren. Doch Marwa ist froh, dass sie wieder mobil ist und sich mit ihren Freundinnen treffen kann.

Ein neues Rehazentrum in Kunduz

Um auch anderen Menschen wie Marwa in Kunduz künftig besser zu helfen zu können, baut Handicap International derzeit ein Prothesen- und Rehabilitationszentrum. Damit werden die Menschen in der Region endlich besser versorgt werden können. Gerade Kinder, die schnell wachsen, können so regelmäßig neue Prothesen bekommen.

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