Co-Preisträger Friedensnobelpreis

USA werden voraussichtlich weitgehend verbotene Streumunition liefern

Minen und andere Waffen
Ukraine

Es wird erwartet, dass die Regierung Biden heute ankündigt, dass sie Streumunition an die Ukraine weitergeben wird - eine Waffe, die von 123 Ländern, die das Osloer Übereinkommen gegen diese barbarische Waffe unterzeichnet haben, verboten wurde. Streumunition macht keinen Unterschied zwischen Kombattanten und Zivilisten und Zivilistinnen. 

Der Verbotsvertrag verbietet den Einsatz, die Lagerung, den Handel und die Produktion von Streubomben. Streubomben hinterlassen viele Blindgänger wie beispielsweise im Libanon - hier eine Streubombe aus amerikanischer Produktion. | © Z. Johnson / HI

Laut dem Streubomben-Monitor 2022 wurden im Jahr 2021 weltweit mindestens 149 Zivilisten und Zivilistinnen durch diese Waffe getötet oder verletzt. Da bis zu 40 % dieser Waffen beim Aufprall nicht explodieren, stellt die starke Kontamination durch Streumunitionsreste noch lange nach den Kämpfen eine ernsthafte Bedrohung für die lokale Bevölkerung dar.

"Streumunition gehört zu den gefährlichsten Waffen für die Zivilbevölkerung. Sie ist von Natur aus willkürlich und stellt eine große Gefahr für die Zivilbevölkerung dar, da sie noch lange nach dem Ende des Konflikts Opfer fordern kann. Seit 40 Jahren arbeitet Handicap International an der Seite der Streubomben-Opfer. Für uns ist das Problem in erster Linie ein humanitäres: Zusätzlich zu den Opfern unter der Zivilbevölkerung wird zudem der Zugang für die humanitäre Hilfe zur Unterstützung dieser Menschen erschwert."

Anne Héry, Direktorin der internationalen politischen Abteilung von Handicap International

Streubomben töten und verstümmeln und verursachen psychische Traumata. Die überwiegende Mehrheit der Opfer kommt aus der Zivilbevölkerung, die 90 % aller Opfer ausmachen. Die Hälfte der getöteten und verletzten Menschen sind Kinder.

Die Zivilbevölkerung ist stets das Hauptopfer dieser Waffen. Im Jahr 2021 wurden mindestens 149 Zivilisten durch Streumunition getötet oder verletzt, die alle durch Streumunitionsreste verursacht wurden: 37 in Syrien, 33 im Irak, 30 in Laos, usw. Die tatsächliche Zahl der Opfer ist wahrscheinlich höher, da es Probleme bei der Erfassung von Opfern gibt. Der Streubomben-Monitor berichtet auch über Opfer in acht weiteren Ländern und Gebieten, darunter Jemen, Libanon, Berg-Karabach, Tadschikistan usw.

7 Juli 2023
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Streumunition in Syrien: Der Ball, der keiner war
© T. Nicholson / HI
Minen und andere Waffen

Streumunition in Syrien: Der Ball, der keiner war

Der Krieg ist vorbei, doch für viele Familien in Syrien beginnt mit der Rückkehr eine neue Gefahr: Explosive Kriegsreste wie Streumunition machen Häuser, Straßen und Gärten lebensgefährlich. Handicap International (HI) klärt über die Gefahren auf und räumt Blindgänger, die sogar in Schulen liegen. Damit nicht noch mehr Kinder wie Mahmoud schwerverletzt werden.

Ukraine: Rehabilitation gibt Lidiya Hoffnung
© L. Hutsul / HI
Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie

Ukraine: Rehabilitation gibt Lidiya Hoffnung

Lidiya blickt auf ihren Garten. Dort, wo früher Blumen blühten und Obstbäume standen, liegen heute Trümmer. Ihr Zuhause in Charkiw wurde bei einem Drohnenangriff zerstört. Dass die 77-Jährige heute überhaupt wieder vor den Ruinen stehen kann, verdankt sie der Reha von Handicap International. Denn nach dem Angriff konnte sie monatelang nicht einmal ihr Bett verlassen.

Warum sind Landminen so gefährlich für die Zivilbevölkerung?
© HI
Minen und andere Waffen

Warum sind Landminen so gefährlich für die Zivilbevölkerung?

Minen töten und verstümmeln jahrzehntelang – auch wenn der Krieg längst vorbei ist. Rund 90 Prozent der Opfer kommen aus der Zivilbevölkerung. Dennoch sind Landminen wieder auf dem Vormarsch: massiver Einsatz in bewaffneten Konflikten, Rückzug von fünf Staaten aus dem Ottawa-Verbotsvertrag, neue Minenproduktion, mehr Minenopfer. Gary Toombs, HI-Experte für Minenräumung erklärt, warum Minen so gefährlich sind und wie sich Staaten besser schützen können.