Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Alles zurücklassen, um die Familie ernähren zu können

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Somalia (Somaliland) Südsudan

Die Hungerkrise in Ostafrika verursacht nie dagewesene Flüchtlingszahlen. Fast 80 Prozent der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder, die nicht mehr genug Essen zum Überleben haben. Rose und ihre Kinder leben jetzt in einem Flüchtlingscamp in Kenia, sind aber dennoch zahlreichen Schwierigkeiten ausgesetzt.

Rose, Samuel und ein Physiotherapeut von Handicap International bei der Übungseinheit.

Samuel leidet an Zerebralparese. Ein Physiotherapeut von Handicap International hilft ihm, mehr Beweglichkeit zu erlangen. | © Handicap International

Rose hört dem Physiotherapeuten von Handicap International aufmerksam zu, als er ihr einige Übungen zeigt, die sie mit ihrem vierjährigen Sohn Samuel durchführen soll. Samuel leidet an Zerebralparese. Die Übungsstunde findet in dem kleinen Zelt statt, das die Familie im Flüchtlingscamp von Kakuma, Kenia, bewohnt.

Rose und ihre vier Kinder erreichten das Camp im Februar, nachdem sie aus Juba im Südsudan geflohen waren. Die Familie hatte dort ein kleines Lebensmittelgeschäft betrieben. Als sich die Kämpfe im Juli des vergangenen Jahres verschärften, schnellten die Preise für Lebensmittel derart in die Höhe, dass die Familie das Geschäft trotz aller Bemühungen nicht fortführen konnte. Außerstande genügend Lebensmittel für die gemeinsamen Kinder kaufen zu können, ermutigte Roses Ehemann seine Frau dazu, nach Kenia zu gehen. Aufgrund seiner schlechten körperlichen Verfassung konnte er selbst jedoch nicht mitkommen. 

 

 

 

 

Als alleinerziehende Mutter von Samuel ist es für Rose schwierig, die Angebote und Hilfeleistungen im Camp in Anspruch zu nehmen. Sie kann auch keiner Berufstätigkeit nachgehen, um zusätzliches Einkommen aufzubringen. Die Familie ist daher ausschließlich auf die ihr zugewiesenen Essensrationen angewiesen. Manchmal muss sie eines ihrer anderen Kinder bitten, auf Samuel aufzupassen –  und diese wiederum können dann nicht am Schulunterricht teilnehmen.

Seitdem Rose im Februar das Physiotherapeuten-Team von Handicap International kennengelernt hat, übt sie mit Samuel täglich mit großem Eifer. Sie hofft, seine körperliche Selbstständigkeit soweit zu steigern, dass sich beide frei im Camp bewegen können. Sie meint, bereits Anzeichen einer Verbesserung zu erkennen:

„Mein Sohn wirkt entspannter und ist beweglicher geworden.“

Roses Ehemann ist leider vor zwei Wochen verstorben. Beim Aufziehen ihrer Kinder wird sie nun jede Unterstützung brauchen. Samuels Fortschritte sind wichtiger denn je.

 

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