Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Chelsia aus Mosambik

Inklusion Rehabilitation und Orthopädie
Mosambik

Chelsia kam erst mit acht Jahren in die Schule. Als sie sechs war, trug ihre Mutter sie ein paar Mal auf dem Rücken bis in den Klassenraum, einen Rollstuhl gab es nicht. Das kleine Mädchen, das seit der Geburt Probleme mit den Beinen hat, wurde gehänselt, wollte nicht mehr hingehen und auch der Mutter war der 20minütige Marsch über die sandige Dorfstraße einfach zu viel.

Chelsia kann mit ihrem Rollstuhl die Schule besuchen

Chelsia kann mit ihrem Rollstuhl die Schule besuchen | © Helio Macome / HI

Als ein Cousin, der in den Minen in Südafrika arbeitet, ihr einen Rollstuhl finanzierte, änderte sich das Leben von Chelsia. Endlich kann sie zur Schule gehen! Die damals 8-Jährige kam in die erste Klasse. Seitdem schieben jeden Morgen ein paar starke Jungs das zarte Mädchen durch den Sand und nach Schulschluss wieder zurück.

Eine Rampe ändert Chelsias Leben

Seit einem Jahr ist Chelsias Leben noch ein bisschen leichter geworden. Dank HI ist ihre Schule inzwischen mit Rampen ausgerüstet, so dass sie inklusiver ist und ihre Freundin Melanie sie problemlos in die Klassenräume schieben kann. Noch letztes Jahr mussten immer vier Klassenkameraden das Mädchen durch den tiefen Sand, der den Schulhof bedeckt, tragen.

„Es ist so gut, dass ich nicht immer jemanden um Hilfe bitten muss“, sagt das Mädchen lächelnd.

Chelsias Mutter Herminia Maria Samo, 38, erzählt, dass sie sich früher geschämt hat, eine Kind mit Behinderung zu haben. Bis heute werden die beiden immer wieder angepöbelt. Erst vor ein paar Tagen hat ein Mann höhnisch gelacht, als er Chelsia durch den Sand kriechen sah. Gelegentlich lässt das Mädchen den Rollstuhl, um sich nicht wund zu sitzen. „Aber das macht mir nichts mehr aus“, sagt Mutter Herminia bestimmt. „Ich will, dass meine Tochter die Schule fertigmachen kann und dann eine Ausbildung.“ Wie wichtig es ist, eine Ausbildung zu haben, weiß sie selber am besten. Ihr Mann hat sie vor langer Zeit verlassen. Seitdem verdient sie ein bisschen in einem der vielen kleinen Lädchen, die alle paar Meter am Straßenrand kleben. Sie verkauft Kekse und Getränke.

Der größte Wunsch: eine barrierefreie Toilette

Ohne die Hilfe von HI und der Unterstützung des Cousins hätte Chelsia keine Chance, ein normales Leben zu führen. Das Mädchen ist dankbar für die Unterstützung. Auf die Frage, was sie sich denn wünscht, schweigt sie lange. Erst als die Mutter sie ermuntert, sagt Chelsia, dass sie sich sehr sehr freuen würde, wenn sie nicht immer auf die Toilette kriechen müsste. Der Rollstuhl passt da einfach nicht hinein und es gibt nur Stehklos. „Es ist so eklig“, sagt sie leise.

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