Co-Preisträger Friedensnobelpreis

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“

Inklusion Rehabilitation und Orthopädie
Bangladesch Myanmar

HI  Physiotherapeutin Farhana arbeitet im Kutupalong Camp in Bangladesch, eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Ibrahim ist einer von mehr als 600.000 Rohingya, die vor der im August 2017 ausgebrochenen Gewalt in Myanmar geflohen sind. Er ist einer von vielen und hat bleibende Verletzungen erlitten. Dank der Physiotherapie mit Farhana macht Ibrahim große Fortschritte.

Rohingya Flüchtling Ibrahim erhält Physiotherapie von Handicap International.

Ibrahim mit seiner Physiotherapeutin Farhana von Handicap International. Dank der Therapie macht er große Fortschritte. | © HI / P. Poussereau

Farhana erzählt von ihren Treffen mit Ibrahim:

Das erste Mal, als ich Ibrahim getroffen habe, war es sehr schwer. Nachdem er mehrere Wochen im Bett liegen musste, unfähig sich zu bewegen, war er sehr frustriert und hatte alle Hoffnung verloren. Er war verschlossen, unkooperativ und hat nicht einmal versucht, sich aufzusetzen.

Während des ersten Treffens habe ich realisiert, wie drastisch sich Ibrahims Leben verändert hat. Einige Monate zuvor war er gesund und hatte einen eigenen Laden, der seine Frau und seine zwei Kinder versorgen konnte. Jetzt lag er in seiner Unterkunft und war komplett abhängig von seiner Familie. Ich wusste, dass wir eine lange gemeinsame Reise vor uns hatten und dass psychologische Unterstützung für ihn genauso wichtig wie physische Versorgung sein würde.

Jetzt, zwei Monate später, freue ich mich immer, Ibrahim zu sehen. Ich weiß, wie wichtig meine Besuche für ihn sind. Wir machen zwar nur langsam Fortschritte, was normal ist, aber er ist sehr motiviert. Die Übungen, die ich ihm gezeigt habe, macht er sehr gewissenhaft. 

Letzten Monat hat Ibrahim einen Rollstuhl von HI gestellt bekommen. Seitdem arbeiten wir daran, seine Arme und den Rumpf zu stärken, damit er sich eigenständig fortbewegen kann. Seine Unterkunft selbstständig verlassen zu können, um ein paar Dinge einzukaufen oder mit Nachbarn zu plaudern, hat seine gesundheitliche Verfassung und Stimmung sehr verbessert. Wir lachen nun gemeinsam und reden über die Zukunft.

Ein Team aus 300 HI Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie Freiwilligen kümmert sich darum, die dringendsten Bedürfnisse der Rohingya Flüchtlinge zu decken, seit die Krise im August 2017 ausgebrochen ist.

Kutupalong Camp in Bangladesch

Das Kutupalong Camp in Bangladesch

17 Januar 2018
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Die kleinste Prothese
© A. Thapa / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Die kleinste Prothese

Der quirlige Prabin strahlt übers ganze Gesicht. Er saust über den Platz und spielt mit seinen Freunden Fußball. Für seine Mutter Sunita ein kleines Wunder, denn in Nepal werden bis heute viele Kinder mit Behinderung ausgegrenzt. Der Kleine wurde ohne rechten Unterschenkel geboren und erhielt bereits mit einem Jahr von unserer Orthopädietechnikerin Ambika seine erste Prothese.  

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
© P. Meinhardt / HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Frauen mit Behinderung sind Schätzungen zufolge etwa dreimal häufiger von Gewalt betroffen als Frauen ohne Behinderung. Anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen, möchten wir das Projekt „Making It Work - Gender and Disability“ vorstellen: Es befasst sich mit Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung in Afrika.

Afghanistan: Viele Verletzte durch mehrere starke Erdbeben
© F. Consoni / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Afghanistan: Viele Verletzte durch mehrere starke Erdbeben

Mehrere starke Erdbeben haben die afghanische Provinz Herat erschüttert. Unsere Teams sind vor Ort und organisieren gemeinsam mit unseren Partnern Hilfe für die Erdbebenopfer. Die Kliniken sind mit Verletzten überfüllt. Unsere Physiotherapeut*innen sind bereits im Einsatz. Auch psychologische Unterstützung für die traumatisierten Menschen ist dringend notwendig.