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Kandahar: Das einzige Zentrum für Verletzte und Menschen mit Behinderung

Rehabilitation und Orthopädie
Afghanistan

Seit 1996 leitet Handicap International in Kandahar die einzige Einrichtung in der gesamten Region, die Hilfe für Menschen mit Behinderung bereitstellt.

Le kinésithérapeute du centre de Kandahar guide les patients pendant leur entraînement. | (c) Jaweed Tanveer / Handicap International

Im Jahr 2015 nahm das Zentrum mehr als 7.000 Menschen auf. “Täglich kommen hier fast 20 neue Patientinnen und Patienten an”, erklärt der Leiter des Zentrums für Rehabilitation, Rasool. „Jeder/m fünften muss ein Fuß oder ein Bein amputiert und dann eine Prothese angepasst werden.”

 

 

An dieses neue Bein müssen sich die Menschen erst gewöhnen, das Laufen müssen sie ganz neu erlernen. Im Hauptraum üben sie deshalb Schritt für Schritt mit einem Physiotherapeuten. Für diese Übung sind extra Fußspuren auf dem Boden aufgemalt, um die optimale Gangart festzulegen. Nach einer Amputation sind viele Menschen erstmal deprimiert, fühlen sich alleine und verzweifeln wegen ihrer neuen Situation. Deswegen organisieren unsere Teams Gruppenübungen: “In Gruppen zu üben hilft den Patienten sich gegenseitig zu unterstützen. Sie sind besser gelaunt und das macht die Therapie effizienter.“

Das Zentrum beschäftigt 54 Menschen (darunter auch 10 Frauen),  die unter anderem die Rehabilitationsgruppen leiten oder in der Werkstatt Prothesen, Orthesen und andere Mobilitätshilfen (Rollstühle, Krücken etc.) herstellen, anpassen und reparieren.

 

 

 

 

Mittlerweile ist das Kandahar Rehabilitationszentrum sehr bekannt. 80 Prozent der Menschen kommen aus der Region, aber die restlichen kommen von weiter her und teilweise sogar aus dem benachbarten Pakistan.

“Viele unserer Patientinnen und Patienten kommen aus entlegenen und armen Gegenden und können sich eine oder mehrere Übernachtungen in Kandahar gar nicht leisten. Wir ermöglichen es diesen Menschen, bei uns zu übernachten: eine große zusätzliche Herausforderung“, sagt Rasool. Zum Zentrum gehört ein Gästehaus mit 33 Betten. Sicherlich auch wegen diesem Angebot, hat sich die Zahl der Menschen im Rehabilitationszentrum seit 2010 um 50 % erhöht.


“Waffen sind die Hauptursache für Behinderungen bei unseren Patienten.“ Rasool, Leiter des Reha-Zentrums

  • Im Jahr 2015 wurde jede/r fünfte PatientIn von einer Waffe (Explosivwaffen, Improvisierte Waffen, Kriegsreste etc.) verletzt oder verstümmelt.
  • In Afghanistan stammen laut dem Landmine Monitor fast alle Opfer (95%) von Explosivwaffen aus der Zivilbevölkerung.
  • Die Hälfte der Opfer sind noch Kinder. Die Region Kandahar bildet dabei leider keine Ausnahme.

 

 

Bitte unterstützen Sie unsere langfristige Arbeit für Menschen mit Behinderung in Afghanistan.

31 März 2016
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