Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Leben. Lernen. Lachen.

Rehabilitation und Orthopädie
Afghanistan

Handicap International (HI) unterstützt in Kabul und Kundus Kinder, die unter schwerster Mangelernährung leiden. Über 3,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren in Afghanistan hungern – 1,4 Millionen von ihnen kämpfen um ihr Leben. Doch in vielen Krankenhäusern fehlt es an gezielter Unterstützung. Wenn ein Kind nicht genug zu essen hat, dann ist es nur mit Überleben beschäftigt und eine altersgerechte Entwicklung ist nicht möglich.

Eine Physiotherapeutin von HI versorgt ein kleines Kind mit Spieltherapie

Über 3,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren in Afghanistan hungern. Das hat gravierende Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Die Stimulationstherapie hilft spielerisch und liebevoll, Entwicklungsverzögerungen aufzuholen. | © HI

Handicap International fördert nicht nur die körperliche Genesung, sondern auch die geistige und seelische Entwicklung der Kleinen: Mit Spiel und Zuwendung – wissenschaftlich fundiert und liebevoll umgesetzt. In nur sieben Sitzungen lernen die Kinder wieder zu greifen, zu lachen, zu verstehen. Die Kinder werden also motorisch, kognitiv und sozial gefördert. Dadurch können diese Kinder die Rückstände durch den Hunger aufholen und entwickeln keine Behinderung. Wichtig dabei: Die Eltern werden mit einbezogen. Sie erhalten einfache, aber wirkungsvolle Techniken, um ihre Kinder auch zu Hause zu fördern – damit die Fortschritte bleiben. Zudem bildet HI Therapiefachkräfte vor Ort aus.

Mit Spielen Behinderungen verhindern

In den letzten 10 Monaten haben unsere Teams rund 750 Kinder aufgenommen. 94% von den untersuchten Kindern wiesen Entwicklungsverzögerungen in mehreren Bereichen auf. Bei Kindern, die die vollständige Stimulationstherapie abschlossen haben, zeigte sich bei allen eine Verbesserung – 99 % waren bei der Entlassung aktiv, aufmerksam und konnten endlich wieder lachen.

Das zeigt, wie wichtig die Stimulationstherapie ist: Sie hilft Kindern nicht nur, Mangelernährung zu überwinden. Sie unterstützt sie auch dabei, verlorene Entwicklungschancen zurückzugewinnen, das Risiko dauerhafter Beeinträchtigungen zu verringern und den Kreislauf aus Behinderung und Armut zu durchbrechen. Kinder dürfen wieder Kinder sein.

29 Juni 2026
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